Sonntag, 5. April 2009

Powerboats

Solide. - Solide. - Solide. Guckt man sich die letzten drei Rezensionen an, könnte man meinen, es gäbe gar keine anderen Wertungen mehr. Doch natürlich hat auch die längste Serie irgendwann mal ein Ende.
Irgendwann.
Aber nicht jetzt.

Wie geht POWERBOATS? Mit Motorbooten rasen wir um die Wette. Dabei stören sowohl die Mitspieler als auch die Inseln. Doch immerhin sind es jedes Mal andere Inseln, die stören. Der Parcours wird für jedes Rennen neu abgesteckt.
Voran geht es mit dreiseitigen (!) Würfeln. Zum Start nur mit einem. Wer hochschalten will, benutzt in jedem weiteren Zug dann einen Würfel mehr. Gebremst wird auch. Man legt einen Würfel wieder beiseite. Und das muss man gelegentlich, weil die Boote sich nicht so leicht manövrieren lassen. Direkt nach dem Würfeln und vor der Bewegung darf das Boot um 60 Grad gedreht werden, danach rast es die volle Würfelzahl geradeaus.
Der Kniff besteht darin, dass man nicht immer sämtliche verfügbaren Würfel neu würfeln muss. Die Ergebnisse des vorangegangenen Spielzuges dürfen ganz oder teilweise übertragen werden. Beispielsweise liegen drei Würfel aus der Vorrunde da, zwei lässt man mit ihrer Augenzahl liegen, den dritten würfelt man erneut und nimmt zwecks Beschleunigung noch einen vierten hinzu.

Was passiert? Trotz Würfelzufall erlaubt dieses System taktisches Spekulieren und Optimieren, riskante und vorsichtige Fahrweisen, spektakuläre Überholmanöver und peinliche Unfälle.
Wesentlich ist das Analysieren des Spielplanes: Wo ist eine Ideallinie, um angstfrei Gas zu geben? Wo sollte das Boot nach dem Zug optimalerweise stehen, um beim nächsten Mal eine gute Wende hinzubekommen? Man hat einiges zu entscheiden. Doch die Würfel entscheiden auch so einiges.
Bei manchen Spielern passt´s einfach. Sie können ihre Augenzahlen über mehrere Runden fast unverändert liegen lassen und kommen gut voran. Andere sind ständig zum Neuwürfeln gezwungen, liefern sich notgedrungen dem Schicksal aus, und das Schicksal ist böse. Wen es aus der Ideallinie haut, der muss oft lange hin und her kreuzen, um das Malheur wieder gut zu machen.

Was taugt es? POWERBOATS erinnert mich an FORMULA DÉ. Im Guten wie im Schlechten. Man kann gekonnt und weniger gekonnt taktieren und navigieren. Und man kann gekonnt und weniger gekonnt würfeln. POWERBOATS ist schnörkelloser und flotter als FORMULA DÉ, andererseits weniger atmosphärisch.

POWERBOATS von Corné van Moorsel für zwei bis sechs Spieler, Cwali.

2 Kommentare:

Björn hat gesagt…

Schöne Einschätzung von Powerboats. Kleiner Schönheitsfehler in der Rezension: Auch beim wegnehmen kann nur genau 1 Würfel weggenommen werden. :-)

Udo Bartsch hat gesagt…

Stimmt - danke! Genau deshalb passieren in den ersten Partien ja auch so viele Unfälle. Hab´s im Text geändert.

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