Mittwoch, 17. Juni 2009

Mitspieler des Monats: Matthias

Spielertyp: verhindert
Zitat: „Nächste Woche bin ich nicht da, weil...“
Spielfarbe: rot
Lieblingsspiel: WARRIOR KNIGHTS (auch wenn Matthias nicht dazu kommt, es zu spielen)

Um seinen Spielekeller ist Matthias zu beneiden. In einer akkuraten Ordnung, wie ich sie selber niemals hinbekommen würde, lagern die Spiele säuberlich nach Schachtelgröße und Verlag sortiert in den Regalen. Ach was, sie lagern nicht: Sie leuchten dem Betrachter entgegen, sie präsentieren sich wie ein wertvolles Gut!
Alles hier ist bereit, um sofort loszuspielen: In der Mitte des Raumes steht ein großer ovaler Holztisch, erweiterbar bei Bedarf. Zentral darüber angebracht strahlt eine helle Leuchte, fokussierbar bei Bedarf. Und direkt in Reichweite befindet sich eine gut ausgestattete Getränketheke, plünderbar bei Bedarf.

Was fehlt... sind die Mitspieler. Denn irgendwas ist bei Matthias´ Familiengründung grob schief gelaufen: Keiner außer ihm spielt! Schlimmer noch: Oft genug erlebten wir, dass die Angehörigen Matthias aktiv am Ausleben des Spieltriebs hinderten. Da ruft mitten in der Partie die Tochter auf dem Handy an und möchte bitte nach Hause kutschiert werden. Oder irgendwo in der Stadt wartet der Sohn und Matthias muss deshalb schon nach zwei Stunden wieder los. Oder der Rest der Familie ist krank und Matthias bleibt allen Ernstes zu Hause, anstatt mit uns seinen freien Abend zu genießen.
Na, angeblich wird jetzt ja alles total viel besser. Die Kinder haben nämlich mittlerweile Führerschein. Und tingelte Matthias nicht ständig in Würzburg, Mumbay oder San Francisco herum: Er wäre in unserer Runde gewiss viel regelmäßiger mit von der Partie.

Vermutlich aufgrund von Mangelerscheinungen ist Matthias als Spieler so sehr genügsam. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein böses Wort von ihm gehört zu haben, weil ein anderer zu lange überlegt oder unkluge Züge zu Matthias´ Nachteil macht. Auch bei der Spielauswahl verhält sich Matthias stets konsensfähig, nein, sogar ausgesprochen leidensbereit.
Wäre meine Vorinformation „Na ja, in den anderen Runden kam es aber nicht so gut an...“ normalerweise der absolute Motivationskiller, nimmt Matthias gerade dies als sportliche Herausforderung: „Och, lasst es uns trotzdem mal ausprobieren!“ spricht er den skeptischen Kollegen Mut zu und kürzt die Diskussion elegant ab, indem er mit spürbarer Vorfreude gleich mal die Schachtel aus dem Regal zieht. Sobald Matthias Trash wittert, ist er nicht mehr zu bremsen. Denn Trash schreibt die allerbesten Geschichten. An das 27. Mehrheitenspiel von vor zwei Jahren erinnert sich mittlerweile niemand mehr. Über die Zerstörung der supertollen Saugnäpfe beim supertollen DINO BOOOM freuen wir uns noch heute.


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