Dienstag, 15. September 2009

Mitspieler des Monats: Karim

Spielertyp: zwischen Lust und Frust
Zitat: (nach dem Würfeln) „Das gibt es doch nicht!“
Spielfarbe: was übrig bleibt
Lieblingsspiel: MEMOIR ´44

Karim interessierte sich bereits für Computer, als noch fast niemand wusste, was das eigentlich ist und wozu in aller Welt diese Dinger gut sein sollen. Vom Taschengeld erstand er im örtlichen Spielwarengeschäft (!) einen Kosmos CP1 und schrieb darauf allererste Programme in Binär-Code. Mit aus heutiger Sicht unfassbar unspektakulären Ergebnissen - schließlich besaß das Gerät als Anzeige gerade mal ein sechsstelliges LED-Display! Auf längere Sicht reichte das natürlich nicht aus: Ein Atari musste her. Aber nicht zum Spielen, gottbewahre! Oder jedenfalls: nicht nur...
Solch frühes Engagement zahlt sich langfristig im Leben aus, folgerichtig genießt Karim heute als gerechten Lohn einen Traumjob als weithin anerkannter Programmierer. Dauerstress, Überstunden und frappierende Unterbezahlung sind Begleitumstände, die man gerne in Kauf nimmt.
Wirklich frustrierend sind lediglich Freunde, denen man aus Mitleid die allertollsten Tools auf ihrem Rechner installiert, weil nicht mit anzusehen ist, wie sie sich selbst bei Standard-Operationen unnötig abquälen. Aber wie danken es einem diese Ignoranten...? Fragt man später mal nach, stellt sich heraus: Keins der hilfreichen Tools wurde jemals angerührt!

Reden wir lieber über Freizeit. Da ist Karim Cineast. Er besitzt unzählige DVDs, Special Editions, Premium Editions, Gold Editions, neuerdings natürlich auch Blu-rays und dazu einen Full HD TV. Herrlich wäre es, diese Leidenschaft adäquat mit jemandem teilen zu können und sich gemeinsam auf die Spuren der Filmgeschichte zu begeben. Ach, sogar ein nur halbwegs aufgeschlossener Gesprächspartner wäre schon schön.
Frustrierend aber sind eindimensionale Kumpels, mit denen Unterhaltungen etwa folgendermaßen ablaufen: „Hast du mal Die Verurteilten gesehen?“ – „Nein.“ – „Was? Du kennst Die Verurteilten nicht?“ – „Nein.“ – „Morgan Freeman spielt da mit...“ – „Nie gehört.“ – „Doch, ganz bestimmt. Der war doch auch bei Million Dollar Baby mit dabei.“ – „Kenne ich auch nicht.“ usw.

Grumpf! Kommen wir zu den Spielen. Sozialisationsbedingt neigt Karim hier eher dem Computerspiel zu. Aber nicht ausschließlich. Vor allem mit seinen Kindern spielt und spielte er viel; und dann ist da ja noch dieser Freund der Familie, der ständig neues Zeug zum Ausprobieren anschleppte... Besonders eines dieser Spiele (da waren die Kinder schon im Bett) erwies sich als Volltreffer: MEMOIR ´44!
Frustrierend ist jetzt bloß, dass Karim mangels anderer Spielpartner MEMOIR immer mit demselben spielen muss: nämlich mit mir! Und weil ich mich in meinem Leben nun mal nicht nennenswert mit Computern oder Computerspielen beschäftigt habe, auch nicht mit Filmen, mit klassischer Musik oder dem Erlernen eines Instruments, ja, eigentlich mit nichts außer mit Brettspielen, lebe ich zwar völlig kulturlos dahin - aber um in schöner Regelmäßigkeit MEMOIR zu gewinnen, reicht es dann doch.

Und sei es nur, weil ich besser würfle.


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