Dienstag, 3. Dezember 2013

New Boardgame Journalism? – Hier eher nicht.

Auf einschlägigen Spieleseiten ist eine interessante Diskussion entstanden, wie guter Spielejournalismus zu sein oder nicht zu sein habe. Gewünscht werden sowohl attraktivere Darstellungsformen, um unser Hobby besser nach außen zu transportieren, als auch als auch attraktivere Darstellungsformen innerhalb der Szenepublikationen. Zum Stand der Diskussion verweise ich auf trictrac.

Wie steht nun REZENSIONEN FÜR MILLIONEN dazu? Warum es diese Seite überhaupt gibt, was sie leisten kann und was sie nicht leisten kann, hatte ich bereits im Mai 2013 zu meinem fünfjährigen Jubiläum geschrieben.
REZENSIONEN FÜR MILLIONEN ist eine Szenepublikation und wird es auch bleiben (sonst hätte ich den Blogtitel ja auch wesentlich weniger bescheiden gewählt). Und es ist in erster Linie ein Rezensionsblog (was ebenfalls aus dem Titel hervorgeht).
Ich hätte zwar durchaus Lust, auch mehr andere Texte zu schreiben. So ist meine Reihe „Eine Million Interviews“ zahlenmäßig leider irgendwo im Bereich von... äh, unter 1000 stehen geblieben. Und Huhni, Hahni und jetzt auch noch Schorse stellen jeden Tag so viel Unsinn an, dass man allein damit viele Seiten füllen könnte. Ganz zu schweigen von dem Ärger, den ich neuerdings mit dem Verband der Niedersächsischen Jugendhuhnredakteure habe. Da ginge textlich also einiges mehr – wenn ich denn die Zeit dafür hätte. Im Großen und Ganzen bin ich schon froh, wenn ich es schaffe, alle acht Tage eine Rezension online zu stellen.

Bei den Rezensionen selbst kann sich auch nicht allzu viel ändern. Ich möchte hier nicht so schreiben wie in der spielbox. Ich glaube auch nicht, dass im Netz solch lange Texte gefragt wären. Und wenn doch: Einen Artikel wie in der spielbox schreibt man nicht einfach so runter. In jedem Artikel steckt die Zeit mehrfacher Überarbeitungen. Diese Zeit kann ich bei einem Umsonst-Text unmöglich aufbringen. Will ich auch nicht, schließlich würde ich meine Arbeit entwerten, wenn ich dieselbe Leistung an der einen Stelle für Geld und parallel auch kostenlos anbiete.
Die einzige Änderung, die ich mir momentan vorstellen kann, wäre, den Regelteil meiner Blog-Rezensionen noch mehr einzudampfen. Nach meinem Empfinden handle ich die Regeln zwar bereits sehr knapp ab, aber es ginge sicherlich noch knapper. Vielleicht könnten die Regeln sogar komplett entfallen bzw. nur noch erwähnt werden, sofern sie für die Bewertung des Spiels von erheblicher Bedeutung sind. In diese Richtung könnte ich mal experimentieren.

Deshalb folgende Fragen an meine Leser: Kann der Regelteil weg? Liest den jemand? Oder guckt man nur, welche Note unter dem Artikel steht?
Habe ich überhaupt Leser???

33 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du hast Leser!
"Besucher zukünftig: 1.000.000
Besucher bislang: 443877 "
Falls deine Seite nicht lügt, sogar gar nicht so wenige!
Ich find die Texte gut, wie sie sind aber du kannst ja mal nen Experimenttext hochladen :)
freundliche Grüße
Johannes

Hendrik hat gesagt…

Dieser Blog wird doch eigentlich an jeder Stelle gelobt. Ist auch einer meiner Lieblingsblogs. Ich denke, es geht doch gar nicht darum, Regeln überhaupt nicht zu erwähnen, sondern sie auf ein vernünftiges Maß runterzubrechen, was hier ja auch sehr gut funktioniert.

An diesem Punkt trennt sich bei den Rezensenten doch die Spreu vom Weizen; es gibt halt Nacherzählungen und Rezensionen mit journalistischem Anspruch.

Ich würde auch nichts kostenlos online veröffentlichen, was anderswo Honorar einbringt.

Was ich sagen wollte: Das Format hier funktioniert sehr gut!

Anonym hat gesagt…

Auf anderen Seiten überspringe ich meistens die Regeln, weil dann jede noch so kleine sonderregel bis ins kleinste Detail beschrieben wird.Auf deiner Seite hatte ich aber noch nie das Bedürfnis, die Regel zu überspringen.soll heißen: alles gut :-)

Jost aus Soest hat gesagt…

Ich finde es genau so gut, wie es jetzt ist!
Genau deswegen komme ich doch bei jedem neuen Artikel gerne wieder virtuell vorbei.

Anne hat gesagt…

Hier, noch ein Leser. Ich lese deine Artikel mit Regelteil, die könte man aber leicht auch woanders liegen. Wichtig ist mir deine Einschätzung, ob die Regeln sinnvoll sind, zum Spiel passen.

Anonym hat gesagt…

Ich finde deine Regeltexte sehr gelungen. Sie sind knackig, kompakt und bringen es auf den Punkt. Im Gegensatz zu vielen anderen Rezensionen lese ich die Regeln hier (meistens) ... (also schon öfters).

Johannes II

Anonym hat gesagt…

Ich bin höchst zufrieden mit deinem Blog, wie er in der jetzigen Form existiert. Deine Schreibe ist angenehm zu lesen und mir ist auf diesen Seiten keine Rezension bekannt, in welcher Längen entstehen.

Auf anderen Seiten werden die Regeln derart ausgeschlachtet oder neu verfasst, dass dort tatsächlich dringend etwas geändert werden muss.

Das Maß, auf welches du die Regeln runterbrichst, ist sehr angenehm und vermittelt einem das Gefühl zu wissen, was in dem Spiel vor sich geht. Ich habe die Befürchtung, dass beim kompletten Weglassen des Regelteils evtl. die Funktionsweise bzw. das Ziel des Spiels unklar bleiben könnte.

Daher: Mach weiter wie gehabt mit diesem hochwertigen Blog!

Arne

Anonym hat gesagt…

Mir gefallen diese Blogs sehr gut. Auf Regelnacherzählungen in epischer Breite kann ich gut verzichten. Kurze Regelerklärung zum Verständis sind sehr sinnvoll, alles andere langweilt nur. Allso alles gut.

Nora

Anonym hat gesagt…

Hallo Udo,

am wichtigsten erscheint mir eine persönliche Einschätzung wohin das Spiel geht. Was gibt es neues (keine Mechanik, eher das Gefühl)? Oder eine gelungene Verknüpfung bekannter Elemente? Oder beides?
Anhand der Regel, oder deren Zusmmenfassung kann man selten erlesen was das Spiel taugt. Bestes Beispiel dafür war Dominion. Als die Regel erschien hat es kaum einen gejuckt, aber so ziemlich jeden hat es nach dem ersten Spiel gepackt. Da wäre mir von einem Kritiker meines Vertrauens eine Aussage wie: "Top Spiel mit der Tiefe von Magic aber für 4 Spieler" lieber als eine Regel Aufarbeitung.
Ich denke also ein wenig die Regelrezi eindampfen und dafür die Energie an anderer Stelle nutzen ist kein verkehrter Ansatz!

Thygra hat gesagt…

Nix ändern bitte! Alles super, wie es ist. Auch der Regelteil. Mach einfach so weiter!

(Bin mal gespannt, ob sich hier mehr als die 23 TricTrac-Leser melden. Oder sind es sogar hier dieselben 23?)

Anonym hat gesagt…

Für mich hat der Regelteil genau die richtige Länge, bitte nicht wegfallen lassen.

Markus Fillgraff hat gesagt…

Natürlich lese ich hier und natürlich lese ich alles. Macht aber nix, wenn die Regeln noch kürzer werden. Mir geht's ums Spielgefühl.

André Maack hat gesagt…

Hallo Udo,
ich finde auch, dass dein Regelteil genau die richtige Länge hat - viel mehr wäre meiner Meinung nach auch in der Spielbox nicht nötig.
Du schaffst es in deinem Blog immer sehr gut, die wichtigsten Mechaniken auf den Punkt zu bringen. Bitte genau so weitermachen :-)...gerne auch alle 5 Tage ;-)

Anonym hat gesagt…

Mag den Regelteil so, wie er ist: kurz und knackig. Hilft mir, ein mir bisher unbekanntes Spiel einzuordnen.

Anonym hat gesagt…

Genauso richtig. Die Regeltexte sind kurz genug!

Peer hat gesagt…

Stimme der Mehrheit zu: Regeltexte sind ja knackig, Spiel wird auf das Spielgefühl ("Was passiert") reduziert - darum geht es ja.

Christian Becker hat gesagt…

Alles gut so wie es ist.

Uwe Elsholz hat gesagt…

Bitte den Regelteil nicht komplett weglassen. Das Lesen von Regeln und so verstehen, dass man sie wiedergeben kann, ist genau der schwierige Teil. Daher lese ich auch Rezensionen von Spielen, die ich schon gespielt habe. Manchmal tauchen dann ganz merkwürdige Sätze auf, die sich nach dem Nachlesen als vollkommen richtig herausstellen. Zudem interessiert mich natürlich die vollkommen subjektive Seite (Entschuldigung, die objektiven Fakten - ich will hier keine journalistische Leistung harabwürdigen). Warum könnte mir das Spiel gefallen (oder auch nicht) auch wenn es dem Huhnzensenten nicht gefällt ...
Der "neue" Journalismus kann sich ja neu und _zusätzlich_ um mich und andere Zielgruppen bewerben. Der bestehende muss sich nun nicht zwingend umkrempeln nur um mich zu verstören ;) Einges darf auch gern bleiben.

Ralf Rechmann hat gesagt…

Mir gefällt Dein Blog, so wie der ist. Deshalb einfach weiter so. Wenn der Dir aber persönlich nicht mehr gefällt (oder Huhni sein Machtwort spricht), dann mach den anders, weil ist ja schliesslich Dein Blog und Deine Zeit, die Du hier reinsteckst für Dich und alle, die hier sonstnoch so mitlesen. :-)

Lukas hat gesagt…

Regeln nicht weg! Niemals! Danke!

Anonym hat gesagt…

Ich finde der Regeltext ist kurz genug.
Mach bitte weiter so, alles ist perfekt.
Ich lese deinen Blog sehr gerne und freue mich über jeden neuen Bericht. Gruß Axel

Anonym hat gesagt…

Bleib so, wie Du bist;
laß es so, wie es ist
und mach weiter so!
Noch`n Leser...

Anonym hat gesagt…

Da dachte ich doch glatt, Udo schriebe exklusiv nur für mich. Was für eine Enttäuschung! Bereits 22 Kommentare zeugen von meinem Irrtum. Na hoffentlich stimmen dich die anderen Leser - ich fühle mich irgendwie betrogen - nicht um, deinen Schreibstil inklusive Regeln zu ändern...

fjelfras hat gesagt…

Um Guido mal zu ärgern, wo ich auch lediglich ein stille Mitleser bin und deswegen wohl nicht bei den 23 treuen Lesern auftauche - hier also Post 24! Das wolltest du doch Thygra, oder?

Also ich finde den Regelteil auch genau richtig, Ich habe nicht die Zeit und die Lust jede Regel als pdf zu lesen. Deswegen möchte ich schon kurz und prägnant darüber informiert werden - und das schaffst du einfach vorbildlich!

Auch finde ich deine persönliche Einschätzung immer wieder gut und wichtig - nicht immer stimme ich da überein, aber es hilft unwahrscheinlich gut, sich zu orientieren. Also auch von mir ein ganz großes Lob!
Gruß, Tobias

Anonym hat gesagt…

alles klar, alles bleibt so wie es war, bitte

S. Tiben hat gesagt…

Regeltexte sind prima so wie sie sind: kurz und knackig!
Lesen Deinen Blog regelmäßig und amüsiere mich sehr über den einen oder anderen Text!!!
Für mich eine feststehende Institution!
Weiter so !! - Vielen Dank !!!

Anonym hat gesagt…

Die Spielebesprechungen sind super und sollten so bleiben: Etwas regelteil, aber nicht zu ausführlich.
Worauf ich dagegen bestens verzichten könnte, das ist der ganze Huhni-, Hahni- und Schorse-Käse.

Anonym hat gesagt…

Ich finde die Spielebesprechungen gut wie Sie sind. Wenn man Wünsche äussern darf hätte ich gerne weniger Huhni etc. und dafür wieder Interviews. So ca. 1000 reichen...

Alex hat gesagt…

Und wenn Du plötzlich eine Kochrezepte-Blog schreiben willst: Ich lese mit!

Mir ist die Diskussion auf benannter Seite zu ... einseitig. Es ist dem Deutschen scheinbar ulikigerweise sehr eigen, sofort alles bisherige über Bord zu werfen, wenn einer aufmerkt: Öhm, was machen wir eigentlich die ganze Zeit. Das muss anders werden. Da laufen sie los, die Lemminge und dann? Merkt plötzlich einer: Hö? Was machen wir denn da? Das muss alles anders werden!

Reziseiten haben ihre Berechtigung. Lange Rezis, kurze Rezis. Regelintensive und knappere Rezis. Nüchterne Rezis und humorvolle Rezis. Voll subjektive und voll gar nicht subektive - also die Subjektiven Meinungen, die meinen, sie wären schon auch objektiv.

Interessieren Zielgruppen? Ist denn nur "die Szenen" eine Zielgruppe?

*gähn* Da kommt nicht viel bei rum, bei der Diskussion: Macht es doch einfach und diskutiert am Lebendobjekt. Nicht schon monatelang vorher.

Bleib Udo Bartsch, Udo.

Und danke Dir für Deine Arbeit!

Anonym hat gesagt…

doch doch, Udo, Du hast Leser. Sogar begeisterte wie mich. Deshalb bitte weiter so wie bisher. Regeln kann ich mir - wenn Sie mir nicht ausführlich genug geschildert sind - auch anderswo downloaden. Neben einem zugegebenermaßen nicht ganz auszuschließenden Spielmechanismus (ausgenudelt oder doch einer Neuer (Aspekt) sind mir thematische Einbindung, Spielgefühl und Interaktionsverhältnis viel wichtiger. Und da sind Deine Rezensionen sehr gut und sehr hilfreich - auch wenn wir nicht immer gleicher Meinung sind... Übrigens Serien wie Als ich noch kein Spieler war / vor 20 Jahren sind sehr amüsant, man findet sich da z.T. wirklich selbst wieder. Deswegen DANKE!

Jens (irgendwo zwischen Familien-, Gelegenheits- und Hobbyspieler (soweit zur Zielgruppe)

Anonym hat gesagt…

Mach bitte weiter - du wirst wahrgenommen und stehst in der Brettspielwelt an gut erkennbarer Stelle!

Anonym hat gesagt…

Hallo,

ich lese regelmäßig, schreibe sonst nie, dein Blog ist von der Machart und Stil einer meiner Liebsten. Bei dir fühlt man sich auf Seiten der Spieler, nicht der des Verläufers.
Die Regeln drin lassen, ich mag diese als Überblick vor einer Kaufentscheidung oder als Alternative zu einer manchmal zu verkopften Anleitung.

Danke und lieben Gruß
Mkel

Thomas Bornheim hat gesagt…

Stilistisch brilliant und gleichzeitig ein Fachmann - wo gibt es das sonst im Netz? Mach alles, was Dir Spaß macht. Man spürt Deine Begeisterung für das was Du tust. Mal was mit Regeln, mal ohne, mal Huhni, mal nicht. Mit anderen Autoren partnern fände ich interessant... Ich hoffe Du hast die Sinn- und Stilkrise schon überwunden!

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