Dienstag, 11. April 2017

Cottage Garden

Wie geht COTTAGE GARDEN? COTTAGE GARDEN ist wie PATCHWORK – aber für mehr als zwei Spieler. Jeder Spieler bepuzzelt mit Legeteilen (jeweils maximal sechs Felder bedeckend) zwei Tableaus parallel (je fünf mal fünf Felder groß). Sobald ein Tableau voll ist, bekommt man ein neues. Je weniger Züge man benötigt, desto besser. Außerdem sollten die auf dem Plan abgebildeten Blumentöpfe und Pflanzglocken möglichst nicht überbaut werden, denn sie zählen bei der Abrechnung Punkte.
Seine Teile nimmt man aus der zentralen Auslage und hat dabei die Wahl zwischen bis zu vier Formen. Ist die Auslage zu leer geworden, wird mit Teilen aus der Warteschlange nachgefüllt. Was kommen wird, lässt sich recht gut im Voraus absehen, so dass man neben dem aktuellen oft auch schon den kommenden Zug planen kann.
Ein Würfel dient als Anzeiger und Rundenzähler zugleich. Auf einer Außenbahn umkreist er die Auslage. Mit jedem Spielerzug rückt er ein Feld weiter. Nur aus der Spalte mit dem Würfel darf ein Spieler sein Bauteil wählen. Nach fünf Umrundungen beginnt die Schlussphase. Begonnene Tableaus werden noch abgeschlossen. Jeder dafür nötige Spielzug kostet jetzt Punkte.


Was passiert? COTTAGE GARDEN ist auf Harmonie und Wohlfühl-Stimmung ausgelegt. Man kann nicht viel falsch machen. Wenn kein Teil der Auslage gefällt, darf man alternativ einen Blumentopf nehmen, der ein Feld bedeckt, auf diese Weise oft lästige Lücken schließt und obendrein einen Punkt zählt.
Wie viel kann man richtig machen? Ein normal geübter Spieler erkennt üblicherweise, welche Teile die für ihn geeigneten sind. Manchmal liegen die Entscheidungen auf der Hand. Manchmal steht man vor der Alternative, mit einem großen Legeteil einen Blumentopf zu überbauen oder mit einem kleinen Legeteil Tempo zu verlieren. Meistens nimmt sich das aber nicht viel.
Etwas wichtiger sind kleinere Optimierereien. Jeder Spieler besitzt sechs Wertungssteine auf zwei Wertungs-Skalen. Beim Sprung vom jeweils vorletzten auf das letzte Feld lassen sich etliche Punkte gewinnen. Allerdings verfallen überzählige Schritte. Versierte Spieler vermeiden solche Verluste.
Es herrscht Wohlfühl-Stimmung. Die jedoch hat auch ihren Preis: Spannung erlebe ich bei COTTAGE GARDEN nicht. Eher schon Entspannung. Ich tüftele vor mich hin und bin angenehm beschäftigt, doch fiebere ich nicht mit. Zudem fühlt sich das wiederholte Befüllen und Abräumen der Tableaus wie Fließband-Bepflanzung an. Und die Wertung mit sechs Steinen und einigen kleinen Sonderregeln wirkt künstlich.


Was taugt es? COTTAGE GARDEN sieht toll aus und wirkt geradezu sonnig. Es ist wie ein chilliger Nachmittag ... mit Tendenz zum Meditativen. Für mich dürfte es am Spieltisch mehr Thrill sein.


COTTAGE GARDEN von Uwe Rosenberg für einen bis vier Spieler, Edition Spielwiese.

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