Mittwoch, 14. Juni 2017

Kingdomino

Wie geht KINGDOMINO? Es ist ein Legespiel mit Dominos. Jedes Teil zeigt auf jeder Hälfte einen Landschaftstyp (Wiese, Wald, Meer etc.), teilweise auch zweimal denselben. Sechs Landschaftstypen gibt es, unterschiedlich häufig.
Jeder Spieler erhält im Laufe der Partie zwölf solcher Legeteile. Die Aufgabe lautet, diese Dominos auf maximal fünf mal fünf Feldern so zu kombinieren, dass erstens möglichst große Flächen eines Typs entstehen. Zweitens sollten die Flächen Kronensymbole enthalten, denn die Formel für die Punktwertung jeder Fläche lautet: Anzahl Felder mal Anzahl Kronen.
Zu Beginn jeder Runde wird pro Spieler ein Teil aus dem Beutel gezogen und aufgedeckt. In Spielerreihenfolge wählt jeder eins davon. Die Nummern auf den Legeteilen bestimmen die Spielerreihenfolge der nächsten Runde. Wer das (vermeintlich) schlechteste Teil genommen hat oder nehmen musste, hat nächstes Mal den ersten Zugriff.


Was passiert? Eine Partie ist schnell gespielt, denn die Entscheidungen sind oft nicht knifflig und die Bauphase kann parallel abgewickelt werden.
Jeder will logischerweise viele Teile einer Landschaftsart ergattern. Ob das gelingt, hängt sehr davon ab, was die anderen Spieler sammeln. Oft sucht man sich das gar nicht bewusst aus, sondern es ergibt sich einfach in den ersten Runden des Spiels. Taucht da nur selten Weide auf, bleibe ich vielleicht für längere Zeit der einzige Weide-Sammler. Kommen früh mehrere Weiden mit Kronen ins Spiel, steigt wahrscheinlich noch ein zweiter Spieler mit ein. Pech gehabt, aber nicht zu ändern.
Auch wenn sich auf Dauer bestimmte Landschaftstypen eher bewähren als andere (was mit ihrer unterschiedlichen Häufigkeit zusammenhängt): Die Entscheidungen sind spekulativ und nicht sehr weitreichend. Mal läuft es und mal läuft es eben nicht. KINGDOMINO ist zu kurz, um während der Partie noch umzuschwenken. Die Wertung macht es zudem unattraktiv, anderen Spielern Teile wegzuschnappen.
Bei einem Viertelstunden-Spiel ist das aber alles kein Manko. KINGDOMINO will genau das sein, was es auch ist: ein kleines, schnelles Ding mit hohem Aufforderungs-Charakter.

Was taugt es? Als schnelles Spiel für 15 oder 20 Minuten kann man KINGDOMINO jederzeit einschieben. Während dieser Zeitspanne fühle ich mich gut unterhalten. Obwohl einige Entscheidungen offensichtlich sind, gleitet die Partie nicht ins Triviale ab. Beim Anlegen muss ich gelegentlich abwägen, welche Option ich mir offenhalte und welche ich verbaue. Und wenn kein gut passendes Legeteil da ist, muss ich entscheiden, ob ich wenigstens ein halbwegs passables abgreifen oder vor allem früh an die Reihe kommen möchte.
Mit Neugierde begegne ich weiteren Partien allerdings nicht mehr. Was KINGDOMINO kann und was es nicht kann, lernt man schnell. Überraschendes wird man nicht erleben. Auch die in der Spielregel vorgeschlagenen alternativen Punktwertungen ändern daran nichts. Mit einer Ausnahme: Zu zweit kann (und sollte) man ein sieben mal sieben Felder großes Königreich bauen. In XL fühlt sich KINGDOMINO deutlich gehaltvoller an.


KINGDOMINO von Bruno Cathala für zwei bis vier Spieler, Pegasus Spiele.

2 Kommentare:

Roland Siegers hat gesagt…

Ich finde dieses Spiel einfach nur gut. Der Reiz des Mehrfachspielens ist groß
Endlich einmal was anderes als die ewig dauernden und letztendlich fast immer"gleichen" Optimierungs - und "worker placement" Spiele

Chris tine hat gesagt…

Ich finde es als 2er Spiel total top und immer wieder reizvoll.
Als 3er oder 4er Spiel jedoch ist es mir zu abgebrochen. Wenn ich da grad so schön mitten am Königreich erbauen bin, ist es schon wieder vorbei.

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