Mittwoch, 29. April 2009

Pandemie

Ja, ja, nichts Neues: Mit der Welt geht es übel bergab. Äh, hoppla, jetzt aber doch mal was Neues: Jemand kümmert sich drum, nämlich wir! - Glauben Sie nicht? Stimmt. Ist nur ein Spiel. Hahaha.

Wie geht PANDEMIE? Vier Krankheiten bedrohen die Menschheit. Verstopfung, Fußpilz, kalte Ohren und schlechter Musikgeschmack, dargestellt durch Holzwürfel in vier verschiedenen Farben. Deren weltweite Verstreuung zeigt der Spielplan. Ziel der Spieler ist es, für jede Krankheit ein Gegenmittel zu entwickeln.
Dazu muss ein Spieler fünf Karten der jeweiligen Farbe ausspielen, während sich seine Figur in einem Forschungslabor aufhält. Das Kartensammeln wird stark erschwert durch die Tatsachen, dass jeder nur sieben Handkarten besitzen darf und sie außerdem noch zu anderen Zwecken bestens gebrauchen könnte. Beispielsweise um Forschungsstationen zu errichten oder um schneller zu reisen.
Wie in kooperativen Spielen üblich, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um vorzeitig zu verlieren. Nach jedem Spielzug breitet sich die Krankheit halb zufallsgesteuert, halb erwartbar aus. Besitzt eine Stadt schon drei böse Würfel und ein vierter soll hinzukommen, entsteht eine Kettenreaktion und alle umliegenden Metropolen werden ebenfalls krank. Sind die Würfel einer Farbe aufgebraucht oder gibt es zu viele solcher Kettenreaktionen, dann gute Nacht.

Was passiert? Ein Spielzug dauert vier Aktionspunkte lang. Die verbraucht man fürs Reisen, fürs Entfernen böser Würfel, für den Bau von Stationen oder fürs Weitergeben von Handkarten an Mitspieler. Vorausplanung ist notwenig, denn die Aktionen erfordern entweder bestimmte Karten oder den Aufenthalt an einem bestimmten Ort oder beides.
Was tun? Was zuerst tun? Und wer tut was? PANDEMIE erzwingt Kommunikation. Für Abwechslung sorgt die Rollenverteilung. Jeder Spieler verfügt als „Arzt“ oder „Betriebsexperte“ über eine spezielle Eigenschaft. Fünf Rollen gibt es, höchstens vier können im Spiel sein. Genau die fehlenden werden natürlich am schmerzlichsten vermisst.

Was taugt es? An PANDEMIE überzeugt vor allem die spielerische Eleganz. Erstaunlich wenige Regeln genügen, um die Spieler vor ein herausforderndes Szenario zu stellen. Der kleine Haken ist im Umkehrschluss ein Mangel an Atmosphäre. Im Grunde spielt man gegen einen Kartenstapel an. Je besser man sich in das Spiel hineinarbeitet, desto mehr fällt das auf.

PANDEMIE von Matt Leacock für zwei bis vier Spieler, Pegasus.

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