Der Jahrgang 2025/26 enthält auffallend viele Spiele, in denen es darum geht, mit den Mitspieler:innen übereinzustimmen. Eines davon – DITO! – wurde sogar Spiel des Jahres. Wie gut sind die anderen?
Wie geht GREEN TEAM WINS? Wir beantworten 15 von insgesamt 210 verschiedenen Fragen. Fragen gibt es in drei Kategorien: a) Wahl aus zwei Optionen: „Entweder Gläser mit der Öffnung nach oben im Schrank oder mit der Öffnung nach unten im Schrank?“ b) Wahl aus drei Optionen: „Welche Yoga-Figur klingt am anstrengendsten: Hauschrecke, Krokodil, Krähe?“, c) Lückenwörter: Auf der Karte steht „Hunde…“, und ich muss ergänzen, was danach kommen könnte, etwa „…schule“ oder „…pfeife“ oder „…futter“.
Alle notieren ihre Antwort geheim und decken dann auf. Die Mehrheitsantwort gewinnt. Wer diese Antwort gegeben hat, gehört nun zum „Team Grün“ und gewinnt einen Punkt. Die Team-Mitgliedschaft hat zwei Vorteile: Bin ich schon im Team Grün und bleibe es nach der nächsten Frage, gewinne ich zwei Punkte. Und bei einem Gleichstand der Antworten bleiben alle Beteiligten in ihren Teams. Bin ich Team Grün, gewinne ich auch bei Gleichstand zwei Punkte.
Was passiert? Man hofft, in dieses verdammte Team Grün hineinzukommen, weil es sonst keine Punkte zu gewinnen gibt. Und wenn man endlich drin ist, will man möglichst lange drinbleiben und nicht schon gleich bei der nächsten Frage wieder rausfliegen. Dass genau das aber eben doch passieren kann, bringt Emotionen ins Spiel. Und vor diesem Hintergrund werden dann auch die Antworten auf Fragen relevant, zu denen man eigentlich keine Meinung hätte.
Was taugt es? Eine Partie geht sehr schnell. Zumindest in meinen Runden war es so. Selten wollte jemand eines der aufgeworfenen Themen vertiefen. Ich vermute, die Tatsache, dass zwei Drittel der Fragen Auswahlfragen sind, verhindert eine größere Identifikation mit den Antworten. Vieles betrifft nicht mich, sondern nur die Punktwertung. GREEN TEAM WINS fühlt sich deshalb etwas oberflächlich und beliebig an. Lediglich die Lückenwörter verlangen eine Eigenleistung von mir. Diese Kategorie macht (mir zumindest) deutlich mehr Spaß als die beiden anderen.
Natürlich ist es ungerecht, dass Team Grün bevorteilt ist. Aber diese Ungerechtigkeit ist gewollt und bringt schöne Anlässe für Schadenfreude und Gestöhne ins Spiel. GREEN TEAM WINS macht durchaus Spaß, und das ist es ja, was Spiele leisten sollen. Nur vermisse ich das Spielerische, das Besondere und auch das Substanzielle, das ein Grund sein könnte, ausgerechnet GREEN TEAM WINS aus dem Regal zu ziehen, wenn ich ein niedrigschwelliges Partyspiel spielen möchte.
*** mäßig
GREEN TEAM WINS von Nathan Thornton für drei bis zwölf Spieler:innen, PD Verlag.


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