Der Jahrgang 2025/26 enthält auffallend viele Spiele, in denen es darum geht, mit den Mitspieler:innen übereinzustimmen. Eines davon – DITO! – wurde sogar Spiel des Jahres. Wie gut sind die anderen?
Wie geht MATCH MY BEAT? Über eine von vier möglichen Musikplattformen spielen wir einen zufälligen Titel aus einer vorsortierten Playlist ab. Jede Spieler:in hat beschreibende Situationskarten auf ihrer Hand wie „Der Lieblingssong eines jeden Vaters, wenn sein Kind ihn fragt, ob er ihm / ihr bei einer Reparatur helfen kann“ oder „Der perfekte Song, um ihn auf einem Festival zu singen“ oder „Dieser Song sollte immer dann gespielt werden, wenn jemand einen Pumpkin Spice Latte bestellt“.
Mit Ausnahme der Spieler:in am Zug wählen alle eine ihrer Handkarten. Sie soll möglichst gut zum Song passen. Die Spieler:in am Zug wählt die ihrer Meinung nach beste Karte aus. Wer gewählt wird, gewinnt Punkte.
Was passiert? Die Redaktion hat sich 400 verschiedene Situationskarten ausgedacht. Mir wären da mit Sicherheit nicht annähernd so viele brauchbare eingefallen. Und wenn man realistisch ist: Der Redaktion auch nicht. Manche der Karten will man nie legen. Immerhin gibt es die Option, statt eine Karte zu spielen, Handkarten auszutauschen. Und obwohl eine Partie nur über zwei Runden geht, macht man davon gerne Gebrauch.
Verbindungen zwischen Song und Karte können sich entweder über den Liedtext oder bestimmte Schlagwörter aus dem Liedtext oder über die Musikstimmung ergeben. Die Karte „Der denkbar schlechteste Song, wenn man einen Kater hat“ kann man sicherlich gut bei Liedern mit nervtötenden harten Beats verwenden. Zur Situation „So fühle ich mich, wenn jemand mir einen Zaubertrick vorführt“ hingegen habe ich keine konkrete musikalische Assoziation.
Was taugt es? Nach dem Überraschungserfolg HITSTER sucht Jumbo anscheinend nach weiteren Möglichkeiten, Musik-Playlists mit bewährten Spielideen zu kombinieren. Diesmal ist der Mechanismus dran, den man aus Spielen wie ÄPFEL ZU ÄPFELN oder WIE ICH DIE WELT SEHE kennt. Das funktioniert … halbwegs.
Es gibt durchaus Lacher während einer Partie. Manchmal passen Kartentexte und Song einfach zu gut. Häufiger allerdings lacht oder schmunzelt jemand, weil ein aufgedeckter Kartentext an sich lustig ist, völlig egal welcher Song dazu gespielt wird.
Während ich bei anderen Spielen dieser Art noch ein bisschen glauben kann, ich hätte den Witz selbst kreiert, weil ich mich unter mehreren plausiblen für Karte X und gegen Karte Y entschieden und dabei womöglich noch das Humorempfinden der Entscheider:in abgewogen habe, komme ich mir bei MATCH MY BEAT gespielter vor.
Da etlichen der Kartentexte bei mir nur ein großes Fragezeichen hinterlassen, kann es wohl sein, dass ich einer Generation angehöre, auf die dieses Spiel schlichtweg nicht zugeschnitten ist. Einer Generation, die es übrigens auch bevorzugen würde, gedruckte Anleitungen in der Spieleschachtel vorzufinden und nicht nur einen verweisenden QR-Code.
** misslungen
MATCH MY BEAT ohne Autor:innenangabe für drei bis acht Spieler:innen, Jumbo.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Aufklärung über den Datenschutz
Wenn Sie einen Kommentar abgeben, werden Ihre eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie beispielsweise Ihre IP-Adresse) an den Google-Server übermittelt. Mit dem Absenden Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Aufzeichnung Ihrer angegebenen Daten einverstanden. Auf Wunsch können Sie Ihre Kommentare wieder löschen lassen. Bitte beachten Sie unsere darüber hinaus geltenden Datenschutzbestimmungen sowie die Datenschutzerklärung von Google.
Freischaltung von Kommentaren
Ich behalte mir vor, Kommentare nicht freizuschalten, insbesondere Kommentare, die Schmähungen oder Werbung enthalten. An Wochenenden dauert es meist länger, bis ich Kommentare prüfe. Vollkommen anonyme Kommentare haben schlechtere Chancen, von mir freigeschaltet zu werden.