Montag, 11. März 2013

YAY!

Vielleicht sind reine Textrezensionen ein Auslaufmodell. Und um auf meine Million zu kommen, sollte ich entweder auf Audio- oder Video-Produktionen umsatteln. In diesem speziellen Fall bin ich allerdings froh, dem altmodischen Format verhaftet zu sein: Ich kann YAY! schreiben, ohne zu wissen, wie man es richtig ausspricht.

Wie geht YAY? YAY verfolgt ein neuartiges Konzept: In diesem Würfelspiel kommt es nicht nur darauf an, wie die Würfel fallen, sondern auch wo. Gespielt wird auf einem acht mal acht Felder großen Papierplan, der in einem Holzrahmen liegt. Dort hinein wirft man seine drei Würfel. Jeder Würfel berührt nun ein bis vier Felder. Insgesamt deckt der Wurf also bis zu zwölf Felder ab, und auf ein freies davon notiert man mit einem Buntstift seine Augensumme. Damit nimmt man das Feld in Besitz. Gewinner ist, wer am Ende die meisten Felder hat.
Benachbart zu einem fremden Feld darf man Zahlen nur dann eintragen, wenn sie höher sind. In dem Fall wird die Zahl des Mitspielers durchgestrichen; sein Feld ist eliminiert. Sogar mehrere Felder gleichzeitig können auf diese Weise geschlagen werden.
Wer sein Würfelergebnis für zu schlecht hält, darf noch einmal würfeln. Sofern höher, gilt nun der neue Wurf. Im gegenteiligen Fall aber kostet das Missgeschick ein bereits erobertes Feld, und man muss eine beliebige eigene Zahl wieder streichen.

Was passiert? Manch einer spielt aggressiv und versucht von Anfang an, in die Nähe gegnerischer Felder zu würfeln, um sie mit einem passenden Ergebnis auszuradieren. Andere zielen immer in dasselbe Eckchen und versuchen unauffällig ihre niedrigen Zahlen hinter höheren Zahlen zu verstecken und somit gegen Angriffe abzusichern. Spätestens aber gegen Spielende, wenn es auf dem Plan immer enger wird, kommt sich jeder mit jedem ins Gehege.

Was taugt es? Die Idee von YAY trägt. Tatsächlich macht man sich Gedanken, wo die Würfel landen sollen. Und wenn dann noch die Zahl passt, darf man vielleicht gleich mehrere Felder zerstören oder stürzt den Führenden vom Thron. Für Zurückliegende, die in der Frühphase der Partie Pech haben oder zu viel riskieren, kann sich eine Partie YAY hinziehen. Wenn die anderen Spieler mit hohen Zahlen bereits ausgedehnte Zonen des Plans beherrschen, ahnt man, dass die Sache gelaufen ist, muss aber trotzdem noch einige Runden weiterwürfeln. Vielleicht wird man sogar ungewollt zum Zünglein an der Waage.
Das Schlechteste an YAY ist die Spielregel. Ansonsten überwiegen die positiven Dinge. Das Bauchgefühl sagt: YAY macht Spaß. Das Hirn sagt: YAY hat sogar noch einen originellen Kniff.
Weiteren Partien würde ich mich also nicht verweigern. Andererseits nimmt mich YAY emotional auch nicht so sehr gefangen, dass ich den Partien entgegenfiebere. Es ist solides, gelungenes Würfelspiel, und wären alle Spiele mindestens auf diesem Niveau, wäre die schöne bunte Spielewelt noch etwas schöner.

YAY! von Heinz Meister für zwei bis vier Spieler, noris.

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