Mittwoch, 15. Juli 2009

Valdora

Valdora ist ein dreckiges Fleckchen Erde. Unordentlich liegen auf den Wegen lauter Edelsteine herum, und wenn man nicht aufpasst, tritt man mitten rein. Igitt. Lobenswert also, dass sich eine Handvoll unerschrockener Abenteurer der Straßenreinigung annimmt. Doch mal eben so mit dem Kehrbesen geht das hier nicht. Gemäß Sondermüllverordnung (und Spielregel) benötigen wir Spezialwerkzeuge, um die Klunker aufzuheben. Und anschließend kommen die Steinchen nicht einfach auf die Deponie, sondern zu ausgeschilderten Sammelstellen.

Wie geht VALDORA? Gemäß ihrer Aufträge schleppen die Spieler Edelsteine von hier nach dort und gewinnen dafür Punkte. Jeder besitzt dieselbe Anzahl Züge, deshalb kommt es darauf an, die Tour zu optimieren. Wer größere Transportkapazitäten hat, kann mehr Edelsteine zugleich auflesen. Wer mehrere Aufträge gleichzeitig erledigt, spart Wege.
Laderaum und Aufträge gibt es in den Städten. Dort befinden sich die so genannten Kataloge: Dies sind Kartenstapel zum Umblättern und erstes von zwei interessanten Spielelementen. Das Umblättern kostet Geld. Nur sichtbare Karten dürfen gekauft werden.
Das zweite interessante Element ist das Punkte-Bonus-System. Wer Edelsteine abliefert, bekommt ein Plättchen derselben Farbe. Viele verschiedene Plättchen zu sammeln bringt besonders viele Punkte. Es gibt da jedoch einen Trick, der mit der kreisförmigen Anordnung der Plättchen im Bankvorrat zu tun hat: Ist eine Sorte aufgebraucht, bekommt man ersatzhalber eins von der im Uhrzeigersinn nächsten. (Beispiel siehe Foto unten: Wer ständig blau abliefert, bekommt trotzdem irgendwann Plättchen in Grün.)

Was passiert? Bis auf das Blättern in den Katalogen geht bei VALDORA alles ruckizucki. Und trotzdem steckt einiges drin und es lohnt sich, über mögliche Strategien nachzudenken: Wie viele Transportmittel sollte ich besitzen? Wie organisiere ich die elegante Plättchenabgreife? Gehe ich besser auf wenige schwere oder viele leichte Aufträge...?

Was taugt es? Das ist alles so weit ganz prima, und schön gestaltet ist VALDORA außerdem. Nachdem ein paar Dinge ausprobiert sind, sinkt der anfängliche Reiz allerdings ab. Die Abläufe sind zu abstrakt, um auch emotional zu berühren und so den Wunsch nach immer mehr zu wecken. Besser als Mittelmaß ist VALDORA auf alle Fälle, rundum super aber auch nicht.

VALDORA von Michael Schacht für drei bis fünf Spieler, Abacusspiele.

1 Kommentare:

Sascha hat gesagt…

Hallo
kurzweiliges schnell erklärtes Spiel. Bis zum Schluß spannend.

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