Dienstag, 22. September 2009

Bring mich nicht mit (2): Goldrausch

Sommerferien sind klassischerweise die Zeit für kleine Mitbringspiele. Aber mittlerweile sind ja gar keine Sommerferien mehr. Völlig folgerichtig wendet sich REZENSIONEN FÜR MILLIONEN deshalb nun solchen Spielen zu, die man besser nicht mitbringt.

Mit GOLDRAUSCH erreicht diese Serie bereits ihren ersten Tiefpunkt. „(K)ein leichtes Spiel für Goldsucher“ lautet der perfekt gewählte Untertitel und bringt das Dilemma auf den Punkt: Bestimmt ist GOLDRAUSCH eigentlich ganz einfach. Doch die beiliegenden Regeln werfen ziemliche Fragen auf, nämlich: Soll das so sein? Muss man vorher Whisky trinken, um das adäquat spielen zu können? Kneift mich mal jemand?
GOLDRAUSCH ist offenbar ein Merk-Spiel. Man deckt Flusskarten auf und findet entweder nur Wasser oder Nuggets oder Goldzähne (!). Nuggets und Zähne darf man behalten, sofern man die richtigen von acht verdeckten Ausrüstungs-Karten aufdeckt. Da vier dieser acht Karten auch noch identisch sind, muss man sich eigentlich nur die anderen vier Symbole merken, und schon kennt man die gesamte Auslage.
Nach meinem Empfinden sind vier bis acht Karten – zumindest ohne Whiskykonsum - im Laufe eines Spiels keine nennenswerte Hürde, deshalb wundert es mich nicht weiter, dass die Spielregel hin und wieder einen Kartentausch initiiert. Seltsamerweise soll dieser Tausch jedoch nur dann stattfinden, wenn eine falsche Karte aufgedeckt wurde. Ab da, wo allen alle acht Kartenpositionen bekannt sind, tut sich nichts mehr. Und das ist... ähm, gewöhnungsbedürftig.
Die Frage, ob das tatsächlich so gewollt ist, spielt aber glücklicherweise keine gewichtige Rolle. Denn ob nach dem Regelwortlaut gespielt oder mit selbst erdachten Erschwernissen: Der Grad der Langeweile unterscheidet sich nicht signifikant.
Unwillkürlich schweift man gedanklich ab und sinniert über das exorbitante Goldzahn-Aufkommen im Fluss: Hm, wie rabiat mögen wohl empörte Kunden auftreten, die beim Spiele-Händler ihr Geld zurückverlangen...?

GOLDRAUSCH von Frank Stark für zwei bis vier Spieler, Nürnberger Kartenspiele.

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