Freitag, 15. April 2011

Take it or leave it

Informierte Spielerkreise haben zuletzt mehrere interessante Würfelspiel-Ideen zur Kenntnis genommen (TROYES, DIE BURGEN VON BURGUND, MACAO, MÄXCHEN...). Eher nicht zur Kenntnis genommen wurde TAKE IT OR LEAVE IT. Dabei hat es mit TROYES durchaus eine Gemeinsamkeit: Es ist mehr ein Würfel-Nehm-Spiel denn ein Würfel-Würfel-Spiel.
Irgendwer - vielleicht war es ich - ersann deshalb neulich die kühne Formel: TAKE IT OR LEAVE IT + dies + das + jenes + viele Sondergeschichten = TROYES. (Gerundet.)

Wie geht TAKE IT OR LEAVE IT? Einer würfelt alle Würfel. (Wobei „alle“ abhängig von der Mitspielerzahl zwischen 13 und 20 beträgt.) Abwechselnd nimmt sich jeder Spieler einen dieser Würfel oder steigt aus.
Warum nimmt man Würfel? Weil die Pflicht ruft. Man hat nämlich Auftragskarten zu erfüllen. Die besagen beispielsweise: Wenn du schwarze Würfel mit mehr als zwölf Augen hast, bekommst du drei Punkte. Oder: Hast du zwei Vieren egal welcher Farbe, bekommst du zwei Punkte. Jeder Würfel darf nur für einen Auftrag verwendet werden. Hat man Würfel genommen und nicht verwendet, zählt das je einen Minuspunkt.

Was passiert? Es ist ziemlich offensichtlich, welche Würfel man braucht. Nicht ganz so offensichtlich ist, welchen zuerst. Das hängt auch vom Raffverhalten der Mitspieler ab. Zeigt sich die Tendenz, dass die anderen auf hohe Werte schielen, lasse ich von diesen Aufträgen vielleicht lieber die Finger und konzentriere mich auf anderes. Stets vier Aufträge habe ich zur Auswahl.
Eine interessante Timing-Frage ist der Zeitpunkt des Aussteigens. Natürlich möchte ich keine Minuspunkte. Aber stets auf Sicherheit zu spielen, bedeutet, den Mitspielern zu viel Auswahl zu überlassen. Und potenzielle Pluspunkte für die Mitspieler sind letztlich eine noch erschreckendere Vorstellung als potenzielle Minuspunkte für einen selbst.
Nette Überraschungen bereitet man seinen Mitspielern mit Aktionskarten, welche erlauben, ein paar Würfel neu zu würfeln, die Zahlen nachträglich zu manipulieren, ausnahmsweise zwei Würfel zu nehmen etc.

Was taugt es? Auf Dauer wiederholt sich die Geschichte natürlich. Ein versierter Spieler wird in der ersten Partie bereits fast alles entdecken, was es zu entdecken gibt. Und je mehr Mitspieler, desto geringer der Einfluss. Trotzdem ein grundsolides Taktikspiel mit originellem Würfeleinsatz und interessanten Timing-Fragen.

TAKE IT OR LEAVE IT von Arno Steinwender und Christoph Puhl für zwei bis fünf Spieler, Schmidt.

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