Sonntag, 14. August 2011

Sun, Sea & Sand

Haha: „Wolle Uhre kaufe?“

Wie geht SUN, SEA & SAND? Wie schon LANCASTER neulich ist auch SUN, SEA & SAND ein Arbeitereinsetz-Spiel. Um sich von den anderen dieser Gattung zu unterscheiden, heißen die Arbeiter erstens schon mal „Familienmitglieder“ und benötigen zweitens je nach Einsatzort unterschiedlich viele Spielwochen für ihre Aktion.
Wir sind kleine Betriebe in der Tourismusbranche. Touristen auf unserem Ferien-Areal bringen Geld und in der letzten der acht Wochen zählen sie sogar Punkte. Geld benötigen wir a) für Hütten, in denen die Touristen wohnen, b) für Attraktionen wie etwa eine Bar oder eine Wasser-Rutsche, die am Schluss viele Punkte zählen und während des Spiels gleichfarbige Touristen veranlassen, mehr als nur eine Woche zu bleiben. Längere Aufenthalte sind wünschenswert, weil das Abholen einer neuen Ladung Touristen vom wöchentlich ankommenden Schiff stets eine Aktion verbraucht.

Wie fühlt es sich an? SUN, SEA & SAND ist ein schlankes Taktikspiel. Wenige Regeln, wenige Aktionen. Meist hat man nur etwa drei seiner fünf Leute zur Verfügung, die anderen beiden sind noch längerfristig unterwegs. Einige der Aktionen ergeben sich da fast wie von selbst. Anfangs muss man oft Hütten bauen, nahezu jede Woche auch Touristen abholen, und falls Geld übrig ist, kauft man eine Attraktion.
Da jeder möglichst viele und farblich möglichst passende Touristen haben möchte, herrscht Konkurrenz, und einer schnappt dem anderen die gewünschten Urlauber vor der Nase weg. Konkurrenz gibt es auch um die Attraktionen, die mit jedem Kauf teurer werden.
Im Voraus ist bekannt, wann welche Farben mit dem Schiff ankommen. Deshalb können die Spieler über mehrere Wochen hinweg planen und sich sogar Figuren erst später ankommender Schiffe reservieren. Dann allerdings ist auch das Familienmitglied solange gebunden.

Was taugt es? „Nett“ passt auf SUN, SEA & SAND sehr genau. Es ist kein großes, spektakuläres Spiel, sondern ein kleines, feines. Besonders gut gefällt mir, dass hier thematisch alles wunderbar passt: Mit jedem Schiff kommt immer auch ein Rucksacktourist an, der ziemlich unplanbar eine freie Hütte bezieht oder – wenn er nichts findet – am Strand schläft und sein Glück eine Woche später erneut probiert. Die Stimmigkeit geht bis hin zum Material. So sind diejenigen Touristenfiguren, die sich ausschließlich für Fress- und Sauf-Attraktionen interessieren, wohl nicht ganz zufällig rot und dick.
SUN, SEA & SAND ist ein sympathisches Spiel, das sich durch Schnörkellosigkeit und inhaltliche Stimmigkeit von den vielen verkopften Monster-Konstrukten abhebt. Im kommenden Spielejahrgang wird es allerdings auch wieder andere nette Spiele geben. So ist das nun mal.

SUN, SEA & SAND von Corné van Moorsel für zwei bis fünf Spieler, Cwali.

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