Montag, 16. Dezember 2013

Dog Deluxe

Wenn die Luxusausgabe eines Spiels, welches für 18 Euro zu haben ist, gerade mal 26 Euro kosten soll, dann bedeutet das wohl...? Hm, keine Ahnung, woher soll ich das wissen? Hätte ich es gewusst, wäre ich vom Luxusmangel in DOG DELUXE wohl weniger enttäuscht.

Wie geht DOG DELUXE? Wie DOG. (Ja, ja, ja, ich weiß: Die Leserumfrage hat ergeben, ich soll die Regeltexte nicht kürzen. Aber hier gibt es wirklich nichts weiter zu sagen. – Höchstens das noch: Für zwei, drei und fünf Spieler gibt es modifizierte Regeln, die für ein flüssigeres und damit strafferes Spiel sorgen sollen.)

Was passiert? Dasselbe wie in DOG: Die Figuren fallen um und rollen weg. Sie sind nicht komfortabel zu greifen, und vor allem haben einige von ihnen auf ihrer Stellfläche produktionsbedingt einen kleinen Nippel. Sie kippeln auf dem Holzbrett.
Apropos Holzbrett: Holz ist natürlich toll, und weil sich der Plan auf verschiedene Arten zusammenstecken lässt, kann nun jeder mit seiner Lieblingsfarbe spielen (im Spiel zu sechst dann aber nicht zwangsläufig auch mit seinem Lieblingspartner). Wertig wirkt das Holzbrett allerdings nicht. Um die Teile zusammenstecken, muss hier und da Gewalt angewendet werden. Einige Platten sind dunkler, andere heller, das Spielfeld sieht zusammengeflickt aus, so als stammten die Teile aus zwei verschiedenen Spielen.
Zuletzt die Karten: Sie sind im asiatischen Stil dick und schwer mischbar. Manche mögen das, ich nicht so.
Alles in allem wirkt DOG DELUXE, als habe der Verlag nicht das Marktpotenzial gesehen, um tatsächlich eine Luxusausgabe zu publizieren. Und als Kompromiss ist diese Spar-Luxusaufgabe entstanden, die lediglich andeutet, in welche Richtung es bei einer Luxusausgabe gehen könnte.

Was taugt es? Das Spiel selbst ist über jeden Zweifel erhaben. Es ist spannend, unterhaltsam, schön gemein und sollte unbedingt zu viert gespielt werden, weil es durch die Teamkomponente noch emotionaler wird. Gemeinsam freut es sich einfach schöner, wenn eine Figur punktgenau ins Häuschen hüpft oder die Gegner durch unglückliche Umstände an ihrem Ziel vorbeirennen und eine sportliche Extrarunde einlegen dürfen.
DOG DELUXE ist natürlich immer noch besser als überhaupt kein DOG. Es ist außerdem ein Fortschritt gegenüber DOG, und es steht in einem realistischen Verhältnis zu seinem sehr niedrigen Verkaufspreis (die Nippel kann man ja wegfeilen). Aber DOG DELUXE ist eben kein DOG „deluxe“. Mir kommt es vor wie eine vergebene Chance. Von einem Spiel mit solchen Dauerbrennerqualitäten kauft sich mancher vielleicht gern ein zweites, gediegenes Exemplar, das dann für die Ewigkeit gedacht ist. Und genau diesen Zweck erfüllt DOG DELUXE nicht.
Ein passendes Label lässt sich diesmal nicht so leicht finden. Vom reinen Spielwert her „reizvoll“, als Luxusausgabe „misslungen“, als 26-Euro-Ausgabe wiederum nicht „misslungen“.

DOG DELUXE für zwei bis sechs Spieler, Schmidt.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was mich ebenfalls abgeschreckt hat, war das billige Tiefziehteil und der widerliche Geruch nach dem öffnen. Für mich jedenfalls ganz und gar nicht Luxus.
Schade um die vergebene Chance.
Steffen

Anonym hat gesagt…

Hierzu empfehle ich lieber als Luxus Ausgabe gleich ein anderes Spiel: TAC...gleiches Prinzip wie DOC aber andere Karten und vorallem ein schönes haptisches Erlebnis. Das hat zwar seinen Preis aber wir reden ja hier über Luxus...und die Sonderkarten der Meisterversion haben es in sich...
TACtische Grüße
Zerics

Thygra hat gesagt…

Gibt es denn das gute Brändi Dog nicht mehr? Das ist (war?) ein wirkliches Deluxe Dog, mit Kugeln und passenden Mulden, aus denen nichts herausfiel.

Kathrin hat gesagt…

Brändi-Dog gibt es weiterhin, die hatten sogar in Essen auf der Messe einen Stand.

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