Montag, 29. August 2011

Qwirkle

REZENSIONEN FÜR MILLIONEN strebt bekanntlich nach Höherem – insbesondere was den Kontostand angeht. Neben Geld geht es aber immer auch um Macht. REZENSIONEN FÜR MILLIONEN erhebt den Anspruch auf das hundertprozentige Nachrichtenmonopol im Spielebereich!
Renitente Leser, die trotzdem noch andere Informationsquellen nutzen, machen sich nicht nur verdächtig; sie sind obendrein selber schuld, wenn sie die folgende Neuigkeit nicht mehr als brandaktuell, hochexklusiv und überaus interessant empfinden:
Achtung, QWIRKLE ist das Spiel des Jahres 2011!!!

Wie geht QWIRKLE? QWIRKLE – dies gleich mal vorweg – erfindet das Legespiel nicht neu. Aus Steinen (in sechs Farben und mit sechs Symbolen) bilden wir in der Tischmitte ein wachsendes Muster.
Steine gleicher Farbe dürfen aneinander gelegt werden. Bedingung ist, dass die Symbole unterschiedlich sind. Oder man kombiniert gleiche Symbole. Dann müssen die Farben verschieden sein.
Jeder Spieler besitzt sechs verdeckt gehaltene Legesteine, fügt einen oder mehrere an und erhält Punkte. Alle angelegten Steine müssen in derselben Reihe liegen. Pro Figur, die die Reihe nun enthält, gibt es einen Punkt. Sofern die hinzugefügten Steine senkrecht und waagerecht gleich mehrere Reihen bilden oder verlängern, zählt auch dies Punkte. Wer den sechsten und letzten Stein einer Formation legt, bekommt sechs Extrapunkte.

Was passiert? Anfänger legen oft einen einzigen Stein und werfen QWIRKLE hinterher vor, es sei ja bloß ein Glücksspiel. Selbstverständlich spielt Glück beim Nachziehen eine gewichtige Rolle, es lässt den Rest aber nicht banal werden. QWIRKLE entscheidet sich nicht nur darüber, wer Anlegemöglichkeiten sieht oder übersieht. Ebenso geht es darum, möglichst viel anzulegen, um möglichst viel nachzuziehen, bestimmte Steine zurückzuhalten, die eine Reihe vollenden könnten, oder anderen Spielern die Chance auf einen solchen Sechser zu verbauen.

Was taugt es? QWIRKLE hatte ich zu Anfang als topsolides Legespiel eingestuft. Wie viel Langzeitreiz in dem Spiel steckt, ahnte ich da noch nicht. Inzwischen sehe ich QWIRKLE als eines der Spiele dieses Jahrgangs an, die in meiner Spielesammlung längerfristig von Bedeutung sein werden.
Der Reiz entsteht aus dem überaus klaren spielerischen und optischen Design. Jeder zusätzliche Schnörkel, jede taktische Ausnahmeregel wäre hier fehl am Platz gewesen. Die plakativen Farben und Formen auf schwarz lackiertem Holz ergänzen diese Einfachheit kongenial. QWIRKLE wirkt in seiner Gesamtheit ästhetisch.

(P.S. Man stelle sich auf dem Foto eine schöne weiße Tischplatte vor, nicht so einen abgeranzten Holztisch wie meinen...)

QWIRKLE von Susan McKinley Ross für zwei bis vier Spieler, Schmidt.

3 Kommentare:

Maddin hat gesagt…

Oder - wie jemand in einer meiner Spielerunden jüngst sagte:
"Endlich mal eine SCRABBLE-Variante ohne diesen doofen kreativen Wortbildekram."

So ist es.
=:-)

Francis hat gesagt…

ich habe immer etwas Mühe mit der Zählweise, z.B. wenn ich jetzt hier in dem Beispiel in einem Zug den lila Stern und Kreis und den gelben Stern und Kreis anlegen würde, auf wieviel Punkte komme ich dann? 11 Punkte?

Udo Bartsch hat gesagt…

Man kann diese vier Steine nicht in einem Zug anlegen, da alle gelegten Steine in dieselbe Reihe müssen. Also z. B. erst lila Stern und Kreis anlegen, später gelben Stern und Kreis. Der erste Zug würde 6 Punkte bringen (lila Reihe auf 3 verlängert, Stern-Reihe auf 3 verlängert), der zweite Zug 8 (Stern-Reihe auf 4 verlängert, Kreis-Reihe auf 2 verlängert, gelbe Reihe in Länge 2 neu gebildet).

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