Samstag, 17. Juli 2010

Snapshot

Als ich Mitte 2007 zur Spielbox wechselte, wussten einige Leser nicht so recht, was sie davon halten sollten. Doch spätestens nachdem ich dem einfachen FITS sieben Punkte gab und dem komplexen AUTOMOBILE nur fünf, war die Sache klar: Nichts!!!

Was diese Geschichte mit SNAPSHOT zu tun hat? Nun ja: SNAPSHOT – seven points!

Wie geht SNAPSHOT? In einer Arena aus Pappe schnipsen die Spieler abwechselnd ihre Farbscheiben. Wer acht Aufgaben erfüllt (=andere Scheiben oder bestimmte Spielplansegmente treffen), unterwegs auf farbigen Feldern zwei Glitzersteine jeder Sorte einsammelt und sich dann noch in den Zielbereich schießt, gewinnt.
Die Aufgaben-Reihenfolge ist nicht beliebig, sondern wird von der jeweils obersten Karte des persönlichen Aufgabenstapels vorgegeben. Und manche Felder - sofern man sie trifft - lösen ein Ereignis aus. Beispielsweise erhält man einen Doppelzug oder darf anderen ein Hindernis vor die Nase legen.

Was passiert? Mal gelingt ein toller Schuss, mal trifft man nicht das zwei Zentimeter entfernte Ziel. Mal kann man sich für die kommende Aufgabe gut positionieren und nebenbei einen Glitzerstein einsammeln. Dann wieder kostet einen ein gemein gesetztes Hindernis mehrere Runden. SNAPSHOT ist ein Actionspiel und lebt davon, dass die Spieler mitgehen und mitfiebern.
Die Banden haben natürlich nicht die Qualität derer eines Billardtisches. Wer gehobenen sportlichen Ehrgeiz in das Spiel legt, dürfte enttäuscht werden. Und Regelfuchser ebenfalls. Wobei der Verlag da auch wirklich gepatzt hat: Die Spielregel erlaubt, Glitzersteine von beliebigen Spielern zu klauen, anstatt nur von demjenigen, der die meisten hat. Und das Hindernisholz so zu legen, dass ganze Spielplansegmente abgesperrt werden, ist auch nicht ausdrücklich verboten.
Ich gehe davon aus, dass ein Verbarrikadieren des Zielbereichs nicht im Sinne des Erfinders ist. Meine Bewertung gilt unter dem Vorbehalt, dass SNAPSHOT sportlich gespielt wird.

Was taugt es? In meinen normalen Spielerunden werde ich SNAPSHOT wohl nicht mehr auf den Tisch bringen. Und gäbe es nur diese Spielerunden, wäre SNAPSHOT über ein „solide“ nicht hinausgekommen. Doch in öffentlichen Spieletreffs habe ich mit SNAPSHOT gute Erfolge erzielt. Ich habe es jedes Mal gern mitgebracht und gern mitgespielt und würde es wegen des guten Gruppenerlebnisses auch wieder tun. Und wie soll man das nun nennen, wenn nicht „reizvoll“?

SNAPSHOT von Rüdiger Dorn für zwei bis sechs Spieler, Kosmos.

3 Kommentare:

Maddin =:-) hat gesagt…

Moin Udo!

Ach ja - auch nett, endlich mal NICHT einer Meinung mit Dir zu sein. Ich empfinde SNAPSHOT weder als "reizvoll" (zu klein, zu bunt, zu unprofessionell, zu wenig forndernd) und schon gar nicht als "solide" (Pappe halt; zudem sind die als Befestigungs-/Stabilisierungselemente dienenden Plastikklammern äußert fraghaft). Bleibt also wohl nur: "mäßig".
Erinnert mich im Ergebnis sehr an den AMIGO-Versuch namens "CINCINNATI": den Versuch nämlich, "großes" (dort: Casino-)Ambiente in einen kleinen Brettspiel-Karton zu verpacken. Hat damals nicht geklappt, und klappt hier auch nicht mit dem Billard-Schnips-Gefühl.

Besser war da im Bereich der Schnips-Spiele auf jeden Fall vor einigen Jahren "KARAMBOLAGE" von HABA. Da musste man nur die geschriebenen begepackten Regeln entsorgen, sich neue ausdenken und hatte ein herrlich lustig-fröhliches und sehr (in Deinem hier angesprochenen Sinne) kommunikatives Action-Spiel. Nehme ich immernoch gern zu Spieletreffen mit - egal, ob mit Vielspielern oder mit Normalbevölkerung.

Verspielte Grüße,
Maddin =:-)

Michel hat gesagt…

Ich fand Snapshot nur "sosolala" - im Bereich der Schnipps-Spiele (naja, im weitesten Sinn), die als Billig-Versionen daher kommen, finde ich "Sorry Sliders" ungeschlagen (hierzulande wohl nie erschienen). Ich hatte NICHTS von diesem Spiel erwartet und war erstaunt, wie gut Plastikpöppel mit eingelassenen Metallkugeln als Curling-(Boule-)Ersatz funktionieren können.

Eins muss ich Snapshot aber lassen: Plastikclips und Pappspielfeld funktionieren nach meiner Meinung auch hier verblüffend gut, so gesehen hat Maddin ja keine Ahnung - nur "Klick" gemacht beim Spielspaß hat's bei mir halt auch nicht.

Dieter Niehoff hat gesagt…

Sieht fein legofarben aus, ist eine völlig labbrige Angelegenheit, hält trotzdem, ist total albern und macht in großer Runde und zu späterer Stunde schwer Vergnügen.
Blödsinnig gutes Spiel.

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