Montag, 22. November 2010

Dominion - Die Alchemisten

REZENSIONEN FÜR MILLIONEN besitzt ein Herz für die Kleinen und Schwachen. Jetzt, wo nach dem Erscheinen der BLÜTEZEIT jeder DOMINION-Abhängige sowieso nur noch BLÜTEZEIT spielt (ich auch, aber stets in meiner Funktion als Therapiebegleiter), fragt keiner mehr nach dem hässlichen violetten ALCHEMISTEN-Entchen.
Dabei gab es bei Erscheinen dieser Erweiterung noch einiges an Geschrei, wie wenig Karten in der Schachtel steckten und wie viel Geld das koste. In der Tat lässt sich hier ein seltsames Missverhältnis nicht abstreiten und deshalb vermute ich, dass DIE ALCHEMISTEN die am schlechtesten verkaufte DOMINION-Box sein dürfte. Was schade ist für den Fachhandel, denn der durfte DIE ALCHEMISTEN exklusiv vertreiben.
Noch mehr schade für den Fachhandel ist allerdings, dass auch der Großhandel etwas exklusiv bekommt, nämlich die BLÜTEZEIT. Also: Die vollere Box. Die Box mit dem attraktiveren Preis-Leistungsverhältnis. Die Box mit dem besseren Inhalt. Die Box zur Weihnachtszeit statt mitten im Sommer...

Als Zeichen der Fairness bespricht REZENSIONEN FÜR MILLIONEN jetzt zur Weihnachtszeit exklusiv DIE ALCHEMISTEN, und eine Kritik zur BLÜTEZEIT bleibt meinem Millionenpublikum bis auf weiteres vorenthalten.

Wie geht DOMINION – DIE ALCHEMISTEN? Wie DOMINION, aber mit einer Ausnahme: Es gibt eine neue Geldkarte namens „Trank“. Der Trank ist eine zweite Währung neben den bekannten Münzen. Die meisten der neuen Königreichkarten kosten einen bestimmten Münzwert plus einen Trank, den man zusätzlich zum Geld ebenfalls in der Kaufphase vorweisen muss.

Was passiert? Die Spieler stehen vor der Frage: Trank kaufen oder nicht? Und: Trank sofort kaufen oder erst später? Spielt man mit vielen ALCHEMISTEN-Karten, lauten die Antworten fast immer: „kaufen“ und „sofort“. Einige der neuen Karten sind zu mächtig, als dass man sie links liegen lassen sollte.
Bei mehreren der neuen Karten fällt störend ein ungekannt hoher Verwaltungs- und Mischaufwand auf. „Apotheker“ und „Golem“ fräsen sich durch den Nachziehstapel, der „Stein der Weisen“ zwingt dazu, ständig das komplette Deck durchzuzählen. Das erhöht die Wartezeiten für die Mitspieler und hat, je häufiger es sich wiederholt, umso weniger mit Spielspaß zu tun.

Was taugt es? Schlussendlich habe ich mit DIE ALCHEMISTEN dieselbe Erfahrung gemacht wie mit der SEASIDE-Erweiterung: Eine geballte Ladung dieser Karten mag für den Einstieg gut sein, um schnell viele Funktionen kennen zu lernen. Auf Dauer aber sind Monokultur-Szenarien – selbst die vorgegebenen aus dem Regelheft – viel weniger reizvoll als komplett ausgeloste Spielaufbauten. Sind nur eine oder zwei Karten im Spiel, die einen Trank erfordern, ist die Entscheidung für oder gegen den Kauf von Tränken endlich eine echte Entscheidung.
DOMINION – DIE ALCHEMISTEN ist keine herausragende Erweiterung und ganz bestimmt kein Muss. Als Fan bin ich trotzdem froh über alles, was mein Lieblingsspiel bereichert. Und zusätzliche Karten bereichern ein Spiel wie DOMINION nun mal ganz enorm.

DOMINION – DIE ALCHEMISTEN von Donald X. Vaccarino für zwei bis vier Spieler, Hans im Glück.

1 Kommentare:

Arne hat gesagt…

"Was schade ist für den Fachhandel, denn der durfte DIE ALCHEMISTEN exklusiv vertreiben.
Noch mehr schade für den Fachhandel ist allerdings, dass auch der Großhandel etwas exklusiv bekommt, nämlich die BLÜTEZEIT. Also: Die vollere Box. Die Box mit dem attraktiveren Preis-Leistungsverhältnis. Die Box mit dem besseren Inhalt. Die Box zur Weihnachtszeit statt mitten im Sommer..."

irgendwie kann man dann doch lachen, wenn man das liest. ;-)

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