Dienstag, 29. März 2011

Dominion - Blütezeit

„Ah, Geld!“ leitet die Spielregel mit dem Zauberwort ein und behauptet: „Es gibt doch nichts Schöneres als das Klimpern von Münzen in deinen Händen.“ – Nun ja, das scheint REZENSIONEN FÜR MILLIONEN aber etwas kurz gedacht: Was ist mit dem Knistern von Geldscheinen? Dem Rascheln von Wertpapieren? Dem Klirren von Edelsteinen? Dem dumpfen Poltern von Goldbarren? Dem...? Ach, piepegal. Einleitungen interessieren eh niemanden.
Warum schreibe ich eigentlich welche?

Wie geht das Spiel? Wie alle anderen Erweiterungen führt auch BLÜTEZEIT neue „Themen“ ein: Erstens gibt es sehr viele Geldkarten, die noch eine Nebenfunktion mitbringen. Der „Hort“ beispielsweise zählt wie ein Silber und besagt, dass ich beim Kauf einer Punktekarte auch ein „Gold“ dazubekomme. Zweitens bringen einige Karten Siegpunkt-Chips ein. Diese Metall-Marker sammelt man separat. Es sind Siegpunkte, die dankenswerterweise nicht das Blatt verstopfen.
Am stärksten aber wirken sich die neue Geldkarte „Platin“ (kostet neun und zählt fünf Geld) und die neue Punktekarte „Kolonie“ (kostet elf Geld, zählt zehn Punkte) aus. Sie bilden eine neue Ebene oberhalb von „Gold“ und „Provinz“, und ich hatte befürchtet, sie würden die Decks einfach nur dicker und DOMINION langatmiger machen. Aber...

Was passiert? Genau das passiert nicht. Weil der Ausverkauf von „Provinzen“ weiterhin das Spiel beendet (und jetzt auch zusätzlich der Ausverkauf aller „Kolonien“), gibt es je nach Szenario Gründe, das Blatt eben nicht bis zum sicheren „Kolonie“-Kauf hochzurüsten. Zudem endet eine Partie nun wesentlich häufiger, weil drei Kartenstapel leer sind. Das macht DOMINION abwechslungsreicher. Und sobald die Partien doch mal länger dauern, erlebe ich dies nicht als zäh, sondern als willkommene Aufwertung der Langzeitstrategien.
Im selben Atemzug schafft BLÜTEZEIT einige Automatismen ab: Nun gibt es attraktive Königreich-Karten, die zwischen sechs und sieben Geld kosten. Bei sechs greift man nicht mehr zwangsläufig zum „Gold“, bei acht nicht mehr zwangsläufig zur „Provinz“.
Auch wenn die Spielregel anderes empfiehlt: Für mich sind „Platin“ und „Kolonie“ mittlerweile Bestandteil jeder DOMINION-Partie. Erst mit diesen Karten fühlt sich DOMINION vollständig an. Nur ist das vorher nie aufgefallen, weil das Spiel auch da bereits überragend war.

Was taugt es? BLÜTEZEIT bringt viele interessante Königreich-Karten ins Spiel, was ganz nett, aber noch kein ultimatives Alleinstellungsmerkmal ist. Die Einführung von „Platin“ und „Kolonie“ allerdings machen BLÜTEZEIT unverzichtbar.
Ich wiederhole das Wort, weil es in meinen Rezensionen normalerweise sehr unterrepräsentiert ist: un-ver-zicht-bar!!!

DOMINION - BLÜTEZEIT von Donald X. Vaccarino für zwei bis vier Spieler, Hans im Glück.

2 Kommentare:

Florian K. hat gesagt…

Gut, jetzt war es so weit, ich habe die Blütezeit gestern gekauft. Danke für den Hinweis - und auch dafür dass Du das falsche Komma im HiG-Einleitungssatz eliminiert hast.

Jan hat gesagt…

Deine Einleitung könnte geradewegs aus einem "Lustigen Taschenbuch" von einer Ente abgeschrieben sein... Könnte es sein, dass du dich denen etwas zu ausschweifend gewidmet hast bevor du Spieler geworden bist? ;)

Wie klingt denn eigentlich Platin?

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