Samstag, 25. Juni 2011

Safranito

Wenn ich eine Medaille für besondere Schönheit zu verleihen hätte, sie ginge an SAFRANITO. Nicht nur den Spielplan finde ich außerordentlich schön mit all den Gewürzen, den Schüsselchen, der roten Grundfarbe. Auch die Aufmachung ist rundherum schön: Banden aus dicker Pappe und vor allem diese schwergewichtigen Wurfscheiben. Wow! Abgerundet wird das Schönspielen schließlich durchs Werfen selbst. Endlich mal wieder ein großes Brettspiel mit einem Mechanismus jenseits des sonst üblichen! Der Kritiker in mir ist sofort bereit, SAFRANITO ganz toll zu finden. Der Spieler in mir aber ist es, der hadert.

Wie geht SAFRANITO? Wir wollen Gewürzkarten. Je drei bestimmte benötigt man, um ein Kochrezept zu erfüllen. Wer zuerst drei Rezepte schafft, gewinnt.
Um ein Gewürz zu bekommen, muss man mit seiner Wurfscheibe auf das entsprechende Schälchen auf dem Spielplan treffen. Gelingt dies mehreren Spielern, aber nur ein Gewürz ist da, gewinnt der mit dem höchsten Scheibenwert. Der Wert allerdings ist auch der Kaufpreis für das Gewürz. Und weil das Startkapital nicht ausreichen dürfte, um alle nötigen Gewürze für drei Rezepte zu beschaffen, müssen die Spieler zwischendurch auch an den Verkauf denken. Der Verkaufspreis eines Gewürzes ist die Summe aller Scheiben im entsprechenden Schälchen. Mit a) geschickten und b) taktisch klugen Würfen lässt sich da also was steuern.

Was passiert? Wir werfen. Und manche treffen besser, andere treffen schlechter. Und während das Werfen flott von der Hand geht (Wortspiel! Brüller!), lässt die Auswertung einiges an Dynamik wieder verpuffen: Scheiben umdrehen, bei jedem Gewürz erst mal abfragen, ob jemand verkaufen möchte, Entscheidungen abwarten, Geld zahlen, Geld wechseln und so weiter.
Vermutlich ist dies der Grund, warum ich trotz der Action-Komponente emotional nicht so richtig einsteige. Die Action wird zu oft unterbrochen. Zudem kann SAFRANITO manchmal auch haken, weil benötigte Gewürze nicht kommen wollen. Und je ungeschickter die Spieler, desto länger dauert’s.

Was taugt es? Gute Partien erlebte ich in Runden, die das Werfen recht ordentlich beherrschten, sich auch von Misserfolgen nicht frustrieren ließen und die Auswertung soweit verinnerlicht hatten, dass nicht jeder einzelne Schritt erst nach ausdrücklicher Aufforderung geschah.
Aber auch die guten Partien haben bei mir nicht den Wunsch nach Wiederholung ausgelöst. Ich spiele mit, wenn wer das will. Gefordert oder gepackt fühle ich mich dabei nicht.

SAFRANITO von Marco Teubner für zwei bis vier Spieler, Zoch.

1 Kommentare:

Sarah hat gesagt…

Blinkwörter! Boah! Also jetzt bin ich neidisch ... das kann ich nich....Safranito kannste behalten, aber BLINKwörter!

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