Donnerstag, 6. März 2014

BAM!

13 x 10 Punkte
8 x 9 Punkte
8 x 8 Punkte
7 x 7 Punkte
5 x 6 Punkte
2 x 5 Punkte
8 x 4 Punkte
3 x 3 Punkte
4 x 2 Punkte
5 x 1 Punkt.
Das vor allem in meinen studentischen Runden viel gespielte BAM! kann als umstritten gelten. Insgesamt 63 meiner Mitspieler haben BAM! bislang bewertet, und jede Note von zehn bis eins ist mehrfach dabei. Nicht mal im Ansatz ist eine Normalverteilung erkennbar.

Wie geht BAM? Wer WIE ICH DIE WELT SEHE kennt, kennt auch BAM. Ein Spieler (der Master) zieht eine Karte mit einem Lückentext und liest sie vor. Beispielsweise: „Ich steh auf BAM! und das ist auch gut so!“ Oder „BAM! bringt Spaß ins Kinderzimmer“. Oder „Nach gutem Sex wünsche ich mir BAM!“
Alle anderen Spieler wählen geheim eine ihrer zehn Handkarten. Darauf stehen Begriffe, die statt „BAM!“ in den Satz eingesetzt werden sollen. Der Master mischt diese Karten und verliest seinen Satz nacheinander mit allen vorgeschlagenen Ergänzungen. Anschließend bestimmt er, welche Begriffkarte ihm am besten und welche ihm am schlechtesten gefällt. Die entsprechenden Spieler erhalten einen Plus- bzw. einen Minuspunkt. Nun wird der im Uhrzeigersinn nächste Spieler Master.

Was passiert? Im Unterschied zu WIE ICH DIE WELT SEHE (und anderen ähnlichen Spielen) ist bei BAM! fast alles derbe, schlüpfrig oder politisch unkorrekt. Typische Ergänzungen lauten (und ich habe hier nicht die krassesten ausgewählt): „Rektalherpes“, „Seniorenwindeln“, „Flaschensammler“, „Morgenschiss“, „Stadionverbot“, „Puffbesuch in der Mittagspause“, „Hartz IV in 2. Generation“, „Im Blindenheim Salz und Zucker vertauschen“, „Im Fahrstuhl mit ’ner geilen Alten stecken bleiben“ und so weiter und so weiter.
Wie witzig man das findet, hängt extrem von der Runde ab. Mich hat BAM! auch ein paar Mal zum Lachen gereizt. Tendenz allerdings sinkend. Auf Dauer stört mich der hier gefeierte Holzhammerhumor. Die entstehenden Gags empfinde ich als pubertär und vorhersehbar.

Was taugt es? Wie meine Mitspielernoten beweisen, hat BAM! seine Zielgruppe und seine Daseinsberechtigung. Und es sind nicht nur junge Studenten, die das Spiel gut bewerten. Ich habe auch 9er- und 10er-Noten von Mitspielern bekommen, die älter sind als ich. Genauso wie es auch 1er- und 2er-Wertungen von Studenten gibt.
Das Spielprinzip finde ich wie schon bei WIE ICH DIE WELT SEHE großartig. BAM! ist für mich dennoch keine Alternative. Denn WIE ICH DIE WELT SEHE ist ja deshalb so herrlich, weil der Humor oft subtil, überraschend und originell daher kommt. Also das genaue Gegenteil des Humors von BAM!

BAM! von Sascha Ackermann und Lars Beckmann für vier bis zehn Spieler, Pegasus Spiele.

4 Kommentare:

Lukas hat gesagt…

2012 in Essen kam Blank! heraus. Weiß nicht ob es sich hierbei um eine umgestaltete neuauflage handelt aber das ist genau dasselbe.

Udo Bartsch hat gesagt…

Von den Regeln her ist es meines Wissens identisch mit Blänk. Außerdem gibt es zu Blänk eine wissenswerte Hintergrundgeschichte: http://www.spielbar.com/wordpress/2012/12/08/4090

Lukas hat gesagt…

Danke für den Link. Wusst ich nicht.

Hendrik hat gesagt…

Also genau wie beim Original Cards Against Humanity: super für Studenten und vermutlich alle ab 13 Jahren... Irgendwann ist das dann einfach zu gewollt politisch unkorrekt, wenngleich auch manchmal noch ganz witzig.

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