Montag, 21. August 2017

Vor 20 Jahren (46): Carabande

Mit Erinnerungen ist es so eine Sache. Bis vor Kurzem hatte ich geglaubt, dass ein bestimmter Ausspruch im Zusammenhang mit CAMEL UP gefallen sei. Beim Nachrechnen fiel mir mittlerweile auf: CAMEL UP gab es damals noch gar nicht. Ich muss die beiden Dinge nachträglich miteinander verknüpft haben.

Somit bin ich mir jetzt auch bei meiner CARABANDE-Geschichte nicht ganz so sicher, wie ich es gerne wäre. Klar ist: Recht bald nach der Nürnberger Spielwarenmesse 1996 hatten wir in unserer Göttinger Spielrunde ein CARABANDE. Ob das nun ein Vorproduktionsmuster war, das man als Fachbesucher in Nürnberg hatte mitnehmen können, oder ein Exemplar einer ersten kleinen Auflage: Ich weiß es nicht, denn ich war damals noch weit davon entfernt, die Spielwarenmesse zu besuchen. Und wahrscheinlich interessiert die Unterscheidung eh nur Sammler.

So sicher, wie man sich nur sein kann, weiß ich allerdings, dass CARABANDE in unserer Runde der ganz große Hit war. Und dass das CARABANDE, das wir im Frühjahr 1996 spielten, nicht dem CARABANDE entsprach, das wenig später in größerer Auflage auf den Markt kam. Im Endprodukt hakten nämlich die Streckenteile. Die Folge waren Unebenheiten im Parcours und entgleisende Rennwagen-Chips.

Ich war enttäuscht. Doch weil man keine andere Version kaufen konnte, kaufte ich notgedrungen diese – und spielte sie fast nie. Mit viel Geduld und Schmirgelpapier hätte man das Problem gewiss beheben können. Wer allerdings meine handwerklichen Ambitionen kennt, weiß, dass ein derartiger Aufwand keine realistische Option für mich darstellte.

Alternativ hätte man die Unebenheiten als Teil des Spiels akzeptieren können, als Zwang, ein bisschen disziplinierter zu schnippen. Nachdem ich aber so oft das tolle Erst-CARABANDE gespielt hatte, in dem mit drei gelungenen Schnipsern eine komplette Umrundung gelingen konnte, tat ich mich äußerst schwer damit, acht, neun oder zehn Schnipser auch irgendwie okay zu finden.

Im Sommer 1997 zog ich nach Hannover zurück und hatte dort einen Mitspieler, der trotz der Macken total heiß auf CARABANDE war. Und ich weiß noch, wie ich ihn hinhielt. Wir konnten in meiner Wohnung zunächst nur mit einer Stehlampe spielen, und ich argumentierte, mit im Weg stehender Stehlampe sei ein Bewegungsspiel wie CARABANDE doch echt unpraktisch. Was durchaus stimmte. Man hätte allerdings Deckenbeleuchtung anbringen können.

Und das hatte ich auch vor. Eigentlich. Doch das Projekt schleppte sich über Wochen dahin. Nicht nur meine handwerklichen Anti-Ambitionen verzögerten die Sache, sondern akut auch noch die Drohung, mein huckliges CARABANDE spielen zu müssen. Da lebte ich doch lieber eine Weile in Dunkelheit.

3 Kommentare:

Sandra hat gesagt…

Ich frage mich, welche Version wir zu Hause bei meiner Mutter haben... Ich war aber zu wehleidig für das Spiel. Das tut doch weh :P

Florian hat gesagt…

Wenn es nur um unterschiedlich hohe Streckenteile geht, gibt es eine einfache Lösung ohne Basteln für das Problem: Man legt jeweils unter das in Fahrtrichtung hintere Ende eines Streckenbauteils ein bis zwei Spielkarten. (Der Tipp kam von Boardgamegeek, glaube ich.)

Udo Bartsch hat gesagt…

Das habe ich tatsächlich immer so gemacht, um überhaupt Freude an meinem Exemplar zu haben. Aber das Austarieren dauerte dann gefühlt länger als das eigentliche Rennen. Obendrein verhakten sich manche Streckenteile, so dass die Karten an dieser Stelle nichts bewirkten.

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