Donnerstag, 22. September 2011

Bring mich nicht mit (18): Arschbombe

Sommerferien sind klassischerweise die Zeit für kleine Mitbringspiele. Aber mittlerweile sind ja gar keine Sommerferien mehr. Völlig folgerichtig wendet sich REZENSIONEN FÜR MILLIONEN deshalb nun solchen Spielen zu, die man besser nicht mitbringt.

Ein herausragender Badesommer war der 2011er wahrlich nicht, aber in diesem Fall hat das Vorteile. Denn ohne Freibad keine ARSCHBOMBE. Und ohne ARSCHBOMBE nichts verpasst.

Je nach Spielerzahl legen wir 18, 20 oder 24 Karten zu einem Rahmen aus. Das ist das Becken. Hier hinein lässt jeder im Laufe des Spiels sechs Karten fallen. Das sind die Badegäste. Dafür gibt es eventuell Punkte. Das ist das Spiel. Und am Ende hat jemand gewonnen und wir packen wieder ein.

Für Hartgesottene folgt nun die ausführlichere Erklärung.
Landet eine Karte auf einer bereits im Becken liegenden Karte, nennt die Spielregel dies „nass spritzen“. Der Begriff „nass spritzen“ steht dort richtigerweise in Anführungszeichen, denn natürlich handelt es sich um einen typischen Familienspiel-Euphemismus. Springe ich im realen Freibad aus zehn Metern Höhe auf jemanden drauf, dann ist Nassspritzen meist das kleinste Problem. Hals- und Beinbruch oder Hackfleisch oder zumindest ein Satz Ohrfeigen vom Bademeister dürften schon eher die Folge sein.

Die sechs Badegast-Karten unterteilen sich in drei Kunstspringer und drei Rabauken. Der Rabauke soll so ins Becken fallen gelassen werden, dass er andere nass spritzt, pardon: „nass spritzt“. Der Kunstspringer soll andere nicht „nass spritzen“.
Man hält seine Karte auf Augenhöhe, lässt sie fallen und irgendwas passiert. Für doppelte Punkte darf man den Kunstspringer auch aus einer Höhe oberhalb des Kopfes fallen lassen und den Rabauken vom Sitzplatz aus werfen. Und am Ende hat jemand gewonnen und wir packen wieder ein.

Das Ergebnis ist banal und uninteressant. Das Thema klingt flippig, das Spiel selbst ist tot wie eine Wasserleiche. Niemand fiebert mit, niemand verlangt eine Revanche. Vielleicht würde ARSCHBOMBE mehr Stimmung verbreiten, wenn man die komplette Schachtel im Becken versenkte. Aber auch damit brächte man bestimmt den Bademeister gegen sich auf.

ARSCHBOMBE von Bernhard Lach und Uwe Rapp für zwei bis vier Spieler, Zoch.

Was war: Bring mich nicht mit (17): Sieben unter Verdacht
Was kommt: Bring mich nicht mit (19): Adlungland

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich habe beim Lesen mit *schlimm gerechnet, warum gibt es für so ein doofes Spiel **überflüssig? Dies ist die dämlichste Spielidee, von der ich bisher hier gelesen habe. Wie kommt so etwas in den Verkauf?

Jan hat gesagt…

Denselben Gedanken hatte ich auch gleich. Aber wenigstens hatte das Spiel diesen netten Text zur Folge. "Hals- und Beinbruch oder Hackfleisch oder zumindest ein Satz Ohrfeigen vom Bademeister dürften schon eher die Folge sein." Habe gut gelacht!

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