Samstag, 17. September 2011

Bring mich nicht mit (17): Sieben unter Verdacht

Sommerferien sind klassischerweise die Zeit für kleine Mitbringspiele. Aber mittlerweile sind ja gar keine Sommerferien mehr. Völlig folgerichtig wendet sich REZENSIONEN FÜR MILLIONEN deshalb nun solchen Spielen zu, die man besser nicht mitbringt.

Uaaah! Ein Gruppen-Mord ist geschehen! Sieben Verdächtige, allesamt stadtbekannte Ganoven, wurden festgenommen und zur polizeilichen Gegenüberstellung aufs Revier gebracht. Zwei, drei, vier oder fünf von ihnen sind die Täter. Logische Kombinationsgabe soll sie überführen.

Im Sinne der Prävention wäre man geneigt zu sagen: „Scheißegal, alle einbuchten!“ Die Erfahrung lehrt nun mal: Beim nächsten Mordfall – und in diesem Spiel wird gemordet wie verrückt – tauchen ohne Ausnahme exakt dieselben Spitzbuben schon wieder auf.

Aber die lästigen Vorschriften! Na klar: Vor der Verhaftung soll ich erst Ermittlungen anstellen. Also ermittle ich. Die Abbildung auf einer verdeckt gezogenen Karte zeigt die Täter. Nur der Spielleiter der aktuellen Runde weiß Bescheid. Alle anderen (die Ermittler) ziehen drei Karten, wählen eine davon aus, und der Spieleiter sagt ihnen nun, wie viele der abgebildeten Personen mit den Tätern übereinstimmen. So geht es ein paar Runden, bis die Gruppe den Fall löst. Anschließend ist der nächste Spieler der Geheimnisträger, außer es setzt sich doch noch der Vorschlag durch, alle sieben auf einen Streich zu verhaften.

Die Idee, dass nicht einmal die Zahl der Täter feststeht, klingt anfangs reizvoll. Es erwächst aber kein besonderer Spielspaß daraus. Schematisch arbeitet man Hinweiskarte für Hinweiskarte bis zur wasserdichten Lösung ab. Läuft es gut, kommt man mit einem Hinweis weniger aus. Läuft es schlecht, braucht man einen mehr.

Zielgruppe sind somit in erster Linie Jugendliche, denen der Berufswunsch „Polizist“ ausgetrieben werden soll. SIEBEN UNTER VERDACHT liefert einen Vorgeschmack auf die Eintönigkeit und Perspektivlosigkeit der Verbrechensbekämpfung.

SIEBEN UNTER VERDACHT von Reiner Knizia für einen bis fünf Spieler, Gmeiner.

Was war: Bring mich nicht mit (16): UFO Attack
Was kommt: Bring mich nicht mit (18): Arschbombe

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