Dienstag, 24. Juli 2018

Bring mich nicht mit (23): Black Stories Investigation

Sommerferien sind klassischerweise die Zeit für kleine Mitbringspiele. Doch REZENSIONEN FÜR MILLIONEN macht keine Sommerferien. Völlig folgerichtig geht es hier deshalb um solche Spiele, die man besser nicht mitbringt.


Verbrecher lauern im Verborgenen. Um ihrer dennoch habhaft zu werden, gibt es Deduktionsspiele. Das Geld der Kunden lauert ebenfalls im Vorborgenen. Um seiner habhaft zu werden, schreibt man „Black Stories“ auf Deduktionsspiele, selbst wenn sie überhaupt nicht darauf abzielen, ähnlich skurrile Stories zu erzählen wie die eigentlichen BLACK STORIES. Also etwas ziemlich anderes sind als das, was man unter "Black Stories" kennt.

In BLACK STORIES INVESTIGATION zieht jeder Spieler eine Mordfallkarte. Sie definiert, ob ein Mann / eine Frau bei Tag / bei Nacht draußen / drinnen erschossen / erstochen wurde. Was genau passiert ist: Das sollen die Mitspieler herausfinden.

Dazu haben alle Spieler drei weitere Karten mit zwei bis vier Mordfall-Merkmalen auf der Hand. Wer am Zug ist, legt eine vor einem Mitspieler ab, der nun verraten muss, wie viele Merkmale mit seinem Fall übereinstimmen. Wer meint, dass er einen Fall lösen kann, darf dies versuchen. Im Erfolgsfall gewinnt er Punkte.

Bislang hatte ich ja angenommen, dass Ermittler nach dem Täter fahnden, nicht nach dem Mordopfer, aber wie ich immer wieder feststelle, sind meine Annahmen über das Justizwesen verklärt oder schlichtweg falsch. Deshalb mag es durchaus so sein, wie in BLACK STORIES INVESTIGATION dargestellt. Die Schuldigen, das ist in vielen Lebensbereichen zu beobachten, stehen sowieso vor Beginn der Untersuchung fest, weshalb man am besten gar nicht länger untersucht.

Der Killer des Spiels steht übrigens auch fest, weshalb man BLACK STORIES INVESTIGATION am besten gar nicht länger spielt. Killer des Spiels ist folgende Regel: Das Spiel endet am Ende der Runde, nachdem jemand seinen dritten Lösungsversuch unternommen hat. Völlig egal, ob alle Versuche erfolgreich waren. Es zählt auch keine Minuspunkte, wenn nicht.

Wer sich um gründliche Recherche bemüht, ist der Dumme. Nicht nur weil er auf Rateversuche verzichtet. Auch weil gelöste Fälle abgeräumt und durch neue ersetzt werden. Spieler A löst den Fall von Spieler B, Spieler B löst den Fall von Spieler A. Und Spieler C sieht sich in seinem letzten Spielzug mit zwei völlig neuen Fällen konfrontiert, zu denen noch keinerlei Informationen vorliegen.

Völlig unnötig degradiert sich das Deduktionsspiel zum Ratespiel. Je länger ich drüber nachdenke: Vielleicht steht genau deswegen „Black Stories“ im Titel?


** misslungen

BLACK STORIES INVESTIGATION von Lisbeth Bos für zwei bis vier Spieler, moses.

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