Donnerstag, 17. Juli 2008

Oregon

Dieser Text entstammt derselben Schaffensperiode wie die Rezension zu REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE. Woran man das erkennt? Daran: Zack! Bumm! Einleitung fertig.


Wie geht OREGON? Freie Fahrt für freie Bürger! Auf nach Oregon, wo Platz für jeden ist. (Außer für Indianer, versteht sich.)
Den Spielplan überzieht ein Koordinatengitter. Man hätte Zahlen von eins bis fünf dranschreiben können, aber Zahlen stören das Western-Flair. Statt einer Eins sehen wir also einen Planwagen, statt einer Zwei einen Büffel usw.
Genau diese Motive finden sich auch auf unseren Handkarten. Davon spielt man in jedem Zug zwei, und sie legen den Quadranten fest, wo jemand eine seiner Figuren einsetzen darf. Figuren bringen den Wert sämtlicher angrenzenden Häuser als Punkte sowie zweitens einen Bonus, falls drei Figuren einer Farbe benachbart stehen.
Um Häuser zu bauen, spielt man statt zwei nur eine Koordinatenkarte (welche dann eine Spalte oder Zeile definiert) plus eine Gebäudekarte (welche den Häusertyp festlegt). Das neue Haus muss auf einem vorgeschriebenen Untergrund stehen und man platziert es möglichst neben eigenen Figuren, denn alle angrenzenden Pöppel erhalten sofort den Wert des Hauses gutgeschrieben.

Was passiert? Jeder analysiert seine vier Handkarten daraufhin, welche Kombination am meisten Punkte bringt. Die spielt man aus, zieht anschließend neue Karten nach und hofft das Beste. Was stark glücksabhängig und überaus langweilig klingt, ist tatsächlich stark glücksabhängig.
Aber nicht langweilig. Dafür sorgen zwei Sonder-Fähigkeiten namens Joker und Doppelzug. Der Joker ersetzt eine fehlende Koordinatenkarte, der Doppelzug ermöglicht einen Doppelzug. Nach einmaligem Gebrauch müssen diese Eigenschaften reaktiviert werden, indem man eine Figur an Kaufhaus bzw. Bahnstation platziert.
Da jeder seine Spezial-Fähigkeiten möglichst oft anwenden möchte, tüftelt man also Züge aus, die Joker oder Doppelzug verbrauchen und gleichzeitig zurückholen. Aber manchmal klappt das nicht, und gleichzeitig locken irgendwo dermaßen viele Punkte, dass man glatt in Versuchung gerät, Joker oder Doppelzug dafür zu opfern... knifflig!


Was taugt es? Obwohl anfangs unübersichtlich und bei Kartenpech gelegentlich frustrierend, macht OREGON dennoch Spaß und verläuft spannend. Wäre es in Nürnberg und nicht in Essen erschienen, hätte es wohl mehr Beachtung gefunden. In Essen musste es sich mit vielen Spielen einer höheren Gewichtsklasse messen und sah zwangsläufig etwas schwächlich aus. Bei den diesjährigen Nürnberg-Neuheiten kann OREGON indes locker mithalten. Wohlgemerkt: bei den besseren Nürnberg-Neuheiten.

OREGON von Ase und Henrik Berg, für zwei bis vier Spieler, Hans im Glück.

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