Samstag, 13. Juni 2009

Diamonds Club

Wäre ich superreich, was täte ich dann? Einen Fußball-Club kaufen? Sicher nicht. Orgien feiern? Niemals. Das Geld für edle Zwecke spenden? Hahaha, jetzt wird´s aber wirklich albern.
Denn als Superreicher würde ich mich zweifelsohne sofort, wie jede andere Superreiche auch, in einen Wettbewerb um die beste Gartengestaltung stürzen.

Wie geht DIAMONDS CLUB? Wenn ich mir als Superreicher Zigaretten vom Kiosk hole, zahle ich natürlich nicht mit Bargeld. Ich werfe ein paar Edelsteine auf den Tresen und sag: „Kleiner hab ich´s grad nicht. Gib mir als Wechselgeld einfach deinen Laden raus.“ Und weil das bei den Superreichen immer so läuft, bezahlen wir die Brunnen, Orangerien und Pavillons für unseren Garten natürlich ebenfalls mit bunten Steinchen.
Damit der Nachschub an Klunkern nicht abreißt, benötigen wir Dreier-Sets aus Schürfrechten, Transportmitteln und Minen. Solche und auch andere schöne Dinge gibt es jede Runde zu kaufen, und das spielerisches Prunkstück von DIAMONDS CLUB ist die genaue Prozedur.

Was passiert? Auf einem immer wieder anders angeordneten Raster markieren die Spieler mit Münzen, welche Objekte sie erwerben wollen. Je mehr Taler bereits auf Nachbarfeldern liegen, desto höher der Kaufpreis. Kluges Einsetzen sichert nicht nur die besten Stücke, sondern verteuert obendrein die Erwerbungen der Mitspieler. Der elegante Mechanismus lässt taktische Finessen zu, ohne jemals kompliziert zu werden.

Was taugt es? Auch der Rest ist sehr sauber konstruiert: Wer zielgerichtet und geduldig sammelt, kann jede Menge Bonuspunkte für bestimmte Gebäudekombinationen absahnen. Oder er fällt auf die Nase, weil andere einen schnellen Billiggarten mit Tieren oder Bäumen hinzaubern und das Spiel beenden, noch bevor die Punktelawine des fleißigen Sammlers so richtig losrollt.
Von jedem ein bisschen zu besitzen, bedeutet am Ende bloß Mittelmaß. Und Mittelmaß ist unter Superreichen verhasst. Deshalb sollte man bei DIAMONDS CLUB eine klare Linie fahren. Besonders gut läuft es dann, wenn niemand anderes dieselbe Linie fährt. Um nachträglich noch groß umzuschwenken, bleibt nämlich nicht mehr die Zeit.
Vermutlich sollte DIAMONDS CLUB hier auch gar nicht mehr Tiefe besitzen, um wirklich noch als Ravensburger-Spiel durchzugehen; trotzdem ist dies der Punkt, mit dem ich hadere. Aber zum Glück ist da ja noch der wirklich tolle Münz-Mechanismus, und schon ist mein Tag als Superreicher gerettet.

DIAMONDS CLUB von Rüdiger Dorn für zwei bis vier Spieler, Ravensburger.

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