Freitag, 29. Oktober 2010

Priests of Ra

RA spielt in der Antike. Die Antike ist lange her. Ebenfalls ganz schön lange her ist es schon, dass wir fast jede Woche RA als Absacker spielten. Es war die Zeit vor DOMINION.


Wie geht nun aber PRIESTS OF RA? Ziemlich wie RA. Der Versteigerungsmechsnismus ist exakt derselbe und ihn zu erklären wäre wahrscheinlich wie Eulen nach Athen zu tragen. Mit anderen Worten: Es wäre überflüssig. Denn wir wollen ja nach Ägypten.
Neu im Vergleich zu RA sind die Teile, die wir ersteigern. Zumeist handelt es sich um Plättchen mit unterschiedlichen Vorder- und Rückseiten. Wer das Plättchen in die Angebots-Reihe legt, entscheidet, welche Seite oben liegen soll. Die Art des Plättchens ist vorne und hinten identisch, nur die Farbe variiert. Und das kann entscheidend sein, weil viele Wertungen bei PRIESTS OF RA darauf hinauslaufen, Dinge entweder mit gleicher oder verschiedener Farbe zu sammeln.

Was passiert? Die neue Wertung ist nicht gerade intuitiv. Sie zu erlernen, gestaltet sich mühsam. Aber das Neue fühlt sich nicht nur deshalb seltsam an, weil es neu ist. Die Bedingungen, um bei PRIESTS OF RA Punkte zu machen, sind auch tatsächlich weniger interessant: viele Teile haben, viele gleiche haben, viele verschiedene haben. Hm. Es fehlen die Plättchen, auf die man so richtig heiß ist, nach denen man giert, die man herbeisehnt. Wie etwa eine Überschwemmung für den langen, langen Nil.
Auch die Entscheidung, welche Plättchenseite oben liegen soll, bringt nicht den erhofften Reiz, sondern liegt meistens klar auf der Hand. So bleibt als das beste Element von PRIESTS OF RA der Versteigerungsmechanismus inklusive der Zockerei, wie lange die Epoche wohl noch dauert. Aber genau das kennen wir ja schon.

Was taugt es? RA ist für mich ein 10-Punkte-Spiel. Oder zumindest war es das zu seiner Zeit. Da viel Gutes von RA auch in PRIESTS OF RA steckt, ist die neue Version gewiss nicht schlecht. Ginge ja gar nicht.
Doch wenn eine zweite Ausgabe erscheint, erwarte ich, dass das neue Ägypten dem alten Ägypten andere Seiten abgewinnt, es in einem anderen Licht erscheinen lässt oder auf interessante Weise das Spielgefühl variiert. All das ist bei PRIESTS OF RA nicht der Fall.

PRIESTS OF RA von Reiner Knizia für zwei bis fünf Spieler, Rio Grande Games.

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