Sonntag, 9. Oktober 2011

Bring mich nicht mit (21): Carcassonne - Das Würfelspiel

Sommerferien sind klassischerweise die Zeit für kleine Mitbringspiele. Aber mittlerweile sind ja gar keine Sommerferien mehr. Völlig folgerichtig wendet sich REZENSIONEN FÜR MILLIONEN jetzt also solchen Spielen zu, die man besser nicht mitbringt.

Nach der ersten Partie CARCASSONNE – DAS WÜRFELSPIEL herrscht Verwirrung. Hektisch wird die Regel durchblättert, ob man wohl irgendetwas übersehen oder irgendetwas falsch verstanden hat. Hat man aber nicht. Ein Blick auf die Schachtelrückseite hätte das auch schneller geklärt: „Ca. 10 Minuten“ sind dort als Spieldauer angegeben. Und wenn man Auspacken, Einpacken, Erklären und Den-Mitspielern-vom-letzten-Wochenende-Erzählen mit hinzuzählt, kommt das auch ungefähr hin.

Wir würfeln. Die neun Würfel zeigen auf vier Seiten ein Stadtsegment und je einmal ein Katapult und einen Ritter. Das Katapult ist eine Niete. (Analog zur gleichnamigen Erweiterung.) Nützlicher und immerhin zweite Wahl sind Ritter. Wer drei von ihnen sammelt, gewinnt im laufenden Spielzug zwar nichts, aber doppelte Punkte im nächsten und entzieht den anderen Spielern eine Runde lang je einen Würfel. Erste Wahl sind dennoch Städte.

Bis zu drei Mal darf man würfeln und die erzielten Flächen zu einer Stadt zusammenbasteln. Eine Stadt aus sieben Würfeln zählt 15 Punkte, eine aus acht 21. Das Spiel geht bis 42. Sieben oder acht Stadtteile sind kein ungewöhnliches Ergebnis, also gelingt es meist irgendwem, das Spiel nach drei oder vier Runden zu beenden.

Zugegeben: Dauerte es sechs, sieben oder acht Runden, CARCASSONNE – DAS WÜRFELSPIEL wäre keinen Deut besser. Man wäre wohl nur nicht so dermaßen verblüfft über dieses spielerische Nichts.

Dabei hätte man einfach nur genauer hinschauen sollen: Das Schachtelcover zeigt einen mit CARCASSONNE-Würfeln spielenden Narr. Ehrlicher geht’s nicht. Die Mitarbeiter der Beschwerde-Hotline dürften dem Grafiker für diesen rettenden Einfall die Füße küssen.

CARCASSONNE – DAS WÜRFELSPIEL von Klaus-Jürgen Wrede und Olivier Lamontagne für zwei bis fünf Spieler, Hans im Glück.

Was war: Bring mich nicht mit (20): Top & Down
Was für 2012 zu befürchten ist: The Return of Bring mich nicht mit

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