Freitag, 28. Juni 2019

Welcome To ...

… in meinem Fall: Nürnberg!

Wie geht WELCOME TO?
„Flip and write“ statt „Roll and write“. Drei Kartenpaare, bestehend aus Symbol- plus Zahlenkarte, werden aufgedeckt. Jeder wählt eines dieser Kartenpaare und nimmt daraufhin Eintragungen auf seinem Block vor.
Thematisch geht es um Neubausiedlungen im Amerika der 50er-Jahre. Der Block zeigt drei leere Straßenzüge. Die Grundstücke sind schon eingeteilt, sonst ist noch nichts passiert.
Die gewählte Zahl trägt der Spieler als Hausnummer auf einem der leeren Grundstücke ein. Alle drei Straßen müssen aufsteigend nummeriert werden. Das Symbol bringt irgendeinen Bonus, beispielsweise einen Pool. Pools zählen viele Punkte, zwingen allerdings dazu, die Nummer an einer ganz bestimmten Stelle der Straße einzutragen, also vielleicht die 11 neben der 14, wo man viel lieber eine 13 hingesetzt hätte.
Andere Symbole erleichtern die Eintragungen, zählen dann aber kaum Punkte oder gar Minuspunkte.


Was passiert? Erst mal gar nichts! Ich habe WELCOME TO immer mal wieder in meine öffentlichen Runden mitgenommen, und alle, die versucht haben, sich das Spiel selber zu erarbeiten, hatten massive Probleme. Entweder wurde WELCOME TO ungespielt wieder weggelegt oder ich wurde um Hilfe gebeten.
Die Anleitung will das Spiel thematisch statt technisch erklären. Was grandios misslingt, weil nicht mal die elementaren Abläufe klarwerden. An einigen Stellen fehlen zudem Bildbeispiele. Hier und da bleiben Detailfragen offen.
Gewiss, man kann sich heutzutage Hilfe im Netz holen, Erklärvideos ansehen, fremdsprachige Anleitungen herunterladen. Von einem analogen Spiel erwarte ich trotzdem, dass man es so, wie es geliefert wird, beginnen kann.


Was taugt es? Wenn man WELCOME TO endlich spielt, stellt sich tragischerweise heraus, dass das Spiel sogar recht gut ist. Der Thrill ergibt sich aus dem Widerspruch, hier und da viele Punkte herauskitzeln zu wollen, wobei sich leider die Möglichkeiten, Hausnummern einzutragen, immer weiter einengen. Kann man keine Karten-Kombi verwenden, setzt es Minuspunkte.
Vorsichtige Spieler halten also die Zahlenabstände klein. Zocker pfeifen drauf, nehmen lieber das punkteträchtigste Symbol und hoffen, dass es irgendwie trotzdem hinhaut. Drei öffentliche Aufträge geben eine Fokussierung vor und halten (weil es viele verschiedene Aufträge gibt) das Spiel variabel.
Zwar spielt man weitgehend solitär, aber zumindest das Wettrennen um die Aufträge und die Frage, wer wann das Spielende auslöst, sind Anlässe, um mal vom eigenen Blatt aufzuschauen und sich über die Spielfortschritte der Konkurrenz zu informieren.
Wirklich gut gefallen mir die Optik und wie es gelungen ist, dem Spiel ein stimmiges Thema zu verpassen. Und auch wenn die Anleitung nichts taugt: Theoretisch könnte ich das Spiel potenziellen Mitspielern ja einfach erklären und trotzdem genießen. Ich merke allerdings, dass ich dazu keine große Lust habe, denn insgesamt sind es mir zu viele Regeln und Kleinigkeiten, ohne dass WELCOME TO dem Genre Neuartiges hinzufügt. Es ist etwas taktischer und vielfältiger als vergleichbare Spiele. Aber der Reiz liegt dann doch im Zocken, und das können simplere Spiele auch. Selbst mit verständlicher Anleitung würde ich WELCOME TO lediglich bei „solide“ einstufen.


** misslungen

WELCOME TO von Benoit Turpin für einen bis hundert Spieler, Blue Cocker.

1 Kommentare:

gutzumerken hat gesagt…

Ja, die Anleitung ist schlecht. Aber das Spiel an sich macht mir echt Spaß

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