Freitag, 7. August 2009

Bombay

Von YS über CAYLUS bis METROPOLYS hat Ystari Games zur Genüge bewiesen: Das Segment der etwas anspruchsvolleren Spiele liegt ihnen. BOMBAY scheint nun der Versuch eines so genannten „Familienspiels“ zu sein, und wir sehen: Gerade das Leichte ist am Ende doch das Schwierige!

Wie geht BOMBAY? Die Spieler scheuchen ihre Elefanten quer durch Indien. In Handelsstationen laden sie Seidenballen auf, in Städten verkaufen sie den Krempel wieder. Je länger die entsprechende Ware nicht angeliefert wurde, desto höher der Preis. Am Ende gewinnt der Spieler mit dem meisten Geld, doch zwischendurch ist eine andere Ressource noch wichtiger: der Aktionspunkt.
Ganze drei Pünktchen stehen pro Zug zur Verfügung. Fürs Herumziehen und Auf- und Abladen sind sie ruckzuck verbraucht. Jeder durch Fehlplanung verschenkte Punkt ist ärgerlich.
Als zusätzliche Wertungs-Ebene kommen noch Städte-Marken (Ziel: viele verschiedene haben) und Kunden-Chips (Ziel: Mehrheitswertung) ins Spiel. Und als alternative Geldquelle können Spieler ihre Seidenballen auch unterwegs abwerfen, worauf an Ort und Stelle ein Palast aus dem Boden sprießt. Fremde Elefanten, die an Palästen vorbeitrampeln, zahlen Zoll.

Was passiert? Dank hervorragend gemachter Piktogramme auf den Sichtschirmen fällt das Regellernen überraschend leicht. Und überraschend flott verläuft das Spiel. Gefühlt sogar zu flott: Wegen der Reduktion auf viele kleine Teilschritte flutscht BOMBAY zwar ganz wunderbar, doch flutscht es an den Spielern vorbei, denn offenbar wurde im Reduktionsprozess auch gleich jegliche Atmosphäre aus den Abläufen herausdestilliert.

Was taugt es? BOMBAY setzt statt Thema auf Mechanik, und die Mechanik wiederum offenbart ihre Geheimnisse recht schnell. Exakt ebenso schnell gibt es dann auch keinen Grund mehr, das Spiel noch einmal auf den Tisch zu bringen. Guter Spielfluss allein ist kein gutes Argument.

BOMBAY von Cyril Demaegd für zwei bis fünf Spieler, Ystari.


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