Donnerstag, 21. März 2019

Vor 20 Jahren (75): Elfengold

Alan R. Moon war schon vor 20 Jahren ein bekannter Autor. GESPENSTER, AIRLINES, SANTA FE, ELFENROADS, REIBACH & CO. Seine Spiele begegneten mir immer wieder. Und spätestens nach dem „Spiel des Jahres“-Titel mit ELFENLAND musste Moon ein gemachter Mann sein – dachte ich. Werbung: Dass dem nicht so war, lese ich in der aktuellen SPIEL DOCH! Hoho! Kaufen, kaufen, kaufen!

ELFENLAND war, wie vermutlich einige Leser wissen, eine abgespeckte Version von ELFENROADS, das Moon Jahre vorher im Eigenverlag White Wind herausgebracht hatte. 1999 erschien die ELFENLAND-Erweiterung ELFENGOLD und gab dem Spiel seinen ursprünglichen Speck zurück. Nun sammelte man auf seiner Reise Gold. Das wiederum war dazu da, um Transportmittel zu ersteigern, statt sie einfach reihum zu wählen.

Ich fand diese Version besser und spielte sie nur noch und nicht mehr ELFENLAND pur. Aus heutiger Sicht würde ich es bestimmt umgekehrt beurteilen. Denn durch die langen Versteigerungen (ausgelöst von über Preise und Pläne grübelnden Strategen und anderen währenddessen weggedösten Mitspielern, die man daran erinnern muss, dass sie bitte entweder ein Gebot abgeben oder passen) zog sich eine Partie auf locker zweieinhalb Stunden. Und für den Zugewinn an taktischen Möglichkeiten war das auf Dauer doch ein zu hoher Preis.

Apropos Preis: Amigo bewarb die Erweiterung damals (wegen der neu ins Spiel gekommenen Währung) mit: „Jetzt wird das Reisen im Elfenland kostspielig“. Und ich hielt mich für gewitzt, als ich das in meiner Rezension ironisch aufgriff und vorrechnete, dass 20 Mark für solch ein kleines Schächtelchen doch ganz schön happig seien. Heute berührt es mich peinlich, wenn ich so etwas von mir lese. Klar, ich hatte damals noch nicht REZENSIONEN FÜR MILLIONEN und musste mehr auf mein Geld achten. Aber den Wert eines Spiels anhand von Schachtelgröße und Material zu ermitteln, war auch vor 20 Jahren schon falsch.

Einer meiner Mitspieler hatte 1999 eine neue Freundin, die bei unserer Erstpartie mitspielte. Ich erinnere mich, wie sie Reichtümer hortete und nichts damit anzufangen wusste. An den Versteigerungen beteiligte sie sich nicht und kam deshalb beim Reisen auch nicht recht vom Fleck.

Ich wollte helfen und ermunterte sie: „Hm, vielleicht solltest du dein Geld mehr einsetzen?!“ Das tat sie und drehte ziemlich auf. Am Ende hatten wir einen Gleichstand. Ich gewann haarscharf, weil ich exakt eine läppische Münze mehr besaß als sie. Und ich konnte mir nicht verkneifen zu sagen: „Tja, vielleicht hättest du dein Geld mehr sparen sollen?!“


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