Mittwoch, 8. Mai 2019

Snow Time

Die Bonus-Rezension. Kostenlos! Gratis! Umsonst! Wieder mal lasse ich für meine treuen Blog-Leser einen springen und schreibe eine Kritik außer der Reihe. Wieder mal geht es um ein Spiel, das nicht die ganz große Aufmerksamkeit in der Szene erlangt hat. Und wieder mal frage ich mich, ob ich dieser Rubrik (falls es eine ist?) einen Namen geben sollte.
Vielleicht „Rezensionen für 100.000“? Denn übereinstimmend mit meiner Prognose vom letzten Mal wurde GO GO GELATO! tatsächlich viel seltener angeklickt als die meisten anderen Rezensionen. Wer mich widerlegen möchte, kann gerne noch mal hier klicken: GO GO GELATO! Oder hier: Klick! Klick! Klick!

Wie geht SNOW TIME? Fiese Nummer. Wir wollen Früchte ernten und kicken uns gegenseitig vom Baum. Jede aufgefutterte Frucht und jeder vom Baum geschubste Gegner zählen einen Punkt.
Auf welcher Baumebene zwei neue Früchte aufgehängt werden, bestimmen in jeder Runde zwei Würfel. Der Baum hat sieben Ebenen. In der siebten wächst nie etwas. Verdeckt spielt nun jeder eine seiner „Championkarten“ von eins bis sieben. Die Zahl entspricht der Ebene, wohin man seinen Champion schickt.
Von oben (7) nach unten (1) wird ausgewertet. Sind mehrere in derselben Etage, hauen sie sich gegenseitig vom Ast. Ebenfalls vom Baum gestoßen werden Champions, die genau eine Ebene unterhalb eines einzelnen Champions stehen. Wer übrig bleibt, darf auf seiner Höhe alle Früchte abpflücken. Und der niedrigste Überlebende im Baum bekommt noch einen Extrapunkt.


Was passiert? SNOW TIME ist eines dieser psychologischen Spiele, bei denen man einzuschätzen versucht, was die anderen tun werden, um dann schlau noch um eine Ecke mehr zu denken als die. Etwa so: Natürlich will jeder zu den drei Früchten auf Ebene vier. Also könnte man sich auf Ebene fünf begeben, um die Vierer-Champions zu eliminieren. Aber weil das jeder macht, wählt man ganz clever die Sechs. Und dann? Ist natürlich niemand auf der Fünf, und man selber wird von einer verirrten Sieben abgeschossen.
Das ist in SNOW TIME sogar doppelt ärgerlich, denn Champions, die vom Baum fallen, landen im Hospital und man muss einen kompletten Zug aufwenden, um sie zurückzuholen. Außerdem liegen die Karten im Hospital offen und man wird irgendwann ekelhaft ausrechenbar.

Was taugt es? SNOW TIME ist lustig. Man wird überrascht, man landet den großen Coup. Oder man hat Pech, bekommt eins auf den Deckel, kriegt vielleicht kein Bein an die Erde. Egal, unterhaltsam ist SNOW TIME allemal. Wegen der Karten im Hospital und wegen einiger Sonderfelder auf der Punkteskala gibt es kleine Anhaltspunkte für ein bisschen Taktik. Vor allem aber regiert der Zufall. Um Spaß zu haben, muss man auf jeden Fall auch einstecken können.
Unbestritten gab es schon viele derartige Spiele. HOLS DER GEIER und 6 NIMMT! beruhen auf ähnlichen Prinzipien. Mehr als diese beiden erzählt SNOW TIME eine kleine Geschichte. Es ist außerdem grafisch sehr gelungen und schön ausgestattet.


**** solide

SNOW TIME von Frank Meyer für drei bis fünf Spieler, lui-même.

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