Donnerstag, 21. Januar 2021

Era – Das Mittelalter

Ernsthaft? Jetzt noch ERA – DAS MITTELALTER, ein Spiel aus dem Jahr 2019? Wir haben 2021!
Ja, ernsthaft, jetzt noch ERA – DAS MITTELALTER, ein Spiel aus dem Jahr 2019. Genau weil wir 2021 haben, das zweite Jahr mit Kontaktbeschränkungen.

Wie geht ERA? Ziemlich doll wie IM WANDEL DER ZEITEN – DAS WÜRFELSPIEL. (BRONZEZEIT lasse ich mal weg, das wird mir sonst zu lang.) Wir rollen Symbolwürfel, jetzt aber alle Spieler*innen gleichzeitig und geheim hinter den Sichtschirmen. Totenkopfsymbole müssen herausgelegt, der Rest darf bis zu zweimal neu geworfen werden.

Die Würfel bringen Ressourcen: Getreide benötigen wir für die Ernährung, denn jeder Würfel repräsentiert Bevölkerung und futtert pro Runde ein Getreide. Aus Holz, Stein und Handelsware entstehen Häuser auf unserem Plastik-Board. Die zählen Punkte und bringen andere Vorteile wie etwa weitere Würfel, dauerhaftes Einkommen, Boni bei Spielende.
Anders als in IWDZ – DW gibt es Würfel in vier Farben, deren Seiten unterschiedlich bestückt sind. Das gelbe Bauernhaus bringt einen gelben Würfel, der vermehrt Getreide ausschüttet. Der graue Turm bringt einen grauen Würfel, der Militärsymbole zeigt.
Die Anordnung unserer Gebäude ist aus zwei Gründen wichtig: 1. Wir wollen einen Bezirk ummauern und so zur Stadt aufwerten, was den Wert der umschlossenen Gebäude verdoppelt und sie gegen bestimmte Ereignisse schützt. Es entsteht das Dilemma, dass größere Städte zwar wertvoller und deshalb erstrebenswert sind, die Ummauerung aber mehr Züge und Rohstoffe kostet und deshalb vielleicht nie fertig wird. 2. Die Totenköpfe lösen Ereignisse aus, die mal negativ für mich und mal für die anderen sind. Ein häufiges Ereignis ist die „Seuche“, und sie bestraft, wenn ich Häuser zu eng aneinander baue.


Was passiert? Auch wieder etwas Ähnliches wie in IWDZ – DW: Ich würfle mit Strategie. Und ich würfle mit Würfeln. Soll besagen: Ich kann durchaus versuchen, bestimmte Schwerpunkte zu setzen und Gebäude auszuwählen, die sich gut ergänzen. Aber es hängt eben nicht nur von mir ab, sondern auch vom Glück.
Natürlich achte ich darauf, meine Lager gut zu füllen und nicht zu überfüllen, weil die Würfelerträge sonst verfallen. Es kann aber trotzdem sein, dass es schiefgeht. Oder dass ich partout nicht den entscheidenden letzten Stein erwürfle, den ich dringend benötige. Oder einen blöden Totenkopf zu viel oder zu wenig.
Die grauen Würfel bringen zusätzliche Aggression ins Spiel. Wer mehr Militärstärke erwürfelt, darf anderen etwas klauen. Trotzdem spielen wir bei ERA solitär. Oder besser: weitgehend solitär. Das Spielende wird ausgelöst, wenn eine bestimmte Menge Gebäude ausverkauft ist, und das wiederum hängt von den Bau-Entscheidungen aller Spieler*innen ab.


Was taugt es? ERA ist etwas detaillierter und vielfältiger als IWDZ – DW. Als sehr gelungen empfinde ich, dass dieses Mehr nicht durch eine Verlängerung der Spieldauer erkauft wird.
Die wesentlichen Dinge waren aber schon in IWDZ – DW da, sodass ich arg im Zweifel bin, ob es nur für dieses bisschen Mehr gleich ein neues Spiel gebraucht hätte – und insbesondere diesen Haufen Plastik. Für den Spielkomfort sind die Materialien hervorragend. Schön finde ich sie aber nicht. Und die Öko-Bilanz ist vermutlich haarsträubend.


**** solide

ERA – DAS MITTELALTER von Matt Leacock für eine*n bis vier Spieler*innen, Eggertspiele / Pegasus Spiele.

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Aktuell wird die Rezi übrigens dann doch durch die Tatsache, dass kürzlich eine Erweiterung ("Städte und Flüsse" oder so ähnlich) erschienen ist. Daher: Passt schon.

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