Montag, 9. September 2019

Quiztopia

Quizfrage: Hat diese Rezension eine Einleitung?

Wie geht QUIZTOPIA? Der Name verrät es: Es ist ein Quizspiel. Und zwar ein kooperatives. Wir alle gewinnen oder wir alle verlieren. Trotzdem bekommen wir die Fragen reihum gestellt. Immer ein anderer Spieler muss antworten. Das ist ein großer Unterschied zu KNEIPENQUIZ, dem wohl bekanntesten kooperativen Quizspiel, wo alle gemeinsam über den Antworten brüten.
Wer eine Frage bekommt, darf sich eine Kategorie aussuchen – sofern diese noch im Spiel ist. Eine Kategorie fällt aus dem Spiel, wenn zu viele Fragen zum Thema falsch beantwortet wurden. Dann ist die Kategorienkarte verloren und das ist schlecht. Oder sie verlässt das Spiel, weil genug Fragen richtig beantwortet wurden. Dann ist die Karte gewonnen, und eine gewisse Menge Karten zu gewinnen, ist das Ziel. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad müssen es mehr oder weniger sein.


Was passiert? Ich kenne mich am besten bei Sport und Spiel aus, deshalb wähle ich, wenn möglich, diese Kategorie. Ein anderer ist vielleicht ein Crack in Naturwissenschaften, also wird er diesen Themenkomplex übernehmen und ich darf mich davor drücken ... puh!
Die wesentlichere Form der Zusammenarbeit aber besteht darin, dass das Team dem Ratespieler helfen darf, solange er noch keine Antwort gegeben hat. Dafür verbraucht die Gruppe eine ihrer Tippkarten und darf sich aussuchen, ob sie dem Spieler mit Pantomime und Geräuschen auf die Sprünge helfen will oder mit Ein-Wort-Tipps, bei denen jeder reihum exakt ein Wort sagen darf. Opfert die Gruppe noch eine zweite Tippkarte, darf sie ein „Plenum“ abhalten und die Antwort frei diskutieren.

Obwohl QUIZTOPIA sehr viele Regeln enthält, wie Tippkarten eingesetzt und wiedergewonnen werden, wie man Hilfe-in-der-Not-Karten gewinnt usw., kommt es rasch zu unklaren Situationen: Muss die Gruppe nach dem Vorlesen der Frage stumm verharren? Oder darf jemand signalisieren, dass er die Antwort weiß? Welches Maß an Kommunikation ist okay oder nicht mehr okay?
Bei einem kooperativen Spiel ist es zwar auch ein bisschen egal; jede Gruppe spielt eben, wie sie es mag, und streng zu spielen, ist oft am wenigsten spaßig. Trotzdem stören mich solche Grauzonen und ich wüsste gern, wie es eigentlich vorgesehen ist.
Bei kniffligen Fragen war es in meinen Runden oft so, dass sich der Antwortende nicht sicher war und irgendwas geraten hätte, aber auch die Mitspieler waren unsicher, und niemand wollte einen womöglich falschen Tipp geben. Mehrfach wurde in dieser Situation gleich ein „Plenum“ einberufen. QUIZTOPIA kam also auf aufwändigere Weise an genau den Punkt, an dem KNEIPENQUIZ ohne Schnickschack sowieso beginnt.
Und schließlich: Obwohl QUIZTOPIA kooperativ ist, erspart es einzelnen Spielern nicht, sich gelegentlich dumm zu fühlen. Wer an der Reihe ist, steht in der Verantwortung. Umso peinigender für ihn, wenn er trotz tollster Tipps keinen Schimmer hat, was die anderen von ihm hören wollen.


Was taugt es? Dass es verschiedene Wissensgebiete und damit einhergehend wechselnde Experten am Tisch gibt, gefällt mir gut. Doch KNEIPENQUIZ ist schlichtweg das bessere und elegantere Spiel, das ich lieber spielen würde. Mit viel weniger Regeln erzeugt es mehr Zusammenarbeit und mehr Gemeinschaftsgefühl. Also all das, was sich so gut anfühlt.


*** mäßig

QUIZTOPIA von Maria und Marc-Uwe Kling für einen bis sechs Spieler, Kosmos.

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