Mittwoch, 18. November 2020

Color Brain

Juhu, Bonusrezension! Also geschenkter als ohnehin schon, weil auf die geschenkten Rezensionen noch obendrauf geschenkt. Ein Super-Sonderangebot!
Und was gibt’s im Spieleladen im Super-Sonderangebot? Genau: Nicht das Neueste vom Neusten. Sondern das, was noch so da ist und immer älter wird, wenn man nichts unternimmt.
Ich habe noch so einige Spiele in petto, die genau das betrifft, und solange Corona mich hindert, in dem Umfang zu spielen, wie ich spielen wollte, bin ich direkt froh, einige Titel des vergangenen Jahrgangs noch nicht verbraten zu haben. Oder anders gesagt: Es wird weitere Bonusrezensionen geben!


Wie geht COLOR BRAIN? Wir spielen Quiz. Und antworten mit Farbkarten. Jede*r hat dieselben. Fragen lauten beispielsweise „Flaggen beim Formel-1-Rennen“ oder „Superman: Anzug und Symbol“. Zusätzlich ist angegeben, wie viele Farbkarten für die Antwort erforderlich sind. Im ersten Fall sechs, im zweiten drei.
Wir legen gleichzeitig unsere Karten und decken auf. Punkte gewinnen wir nur, wenn nicht alle die korrekte Antwort gelegt haben. Pro Partei, die falsch lag, gibt es einen Punkt. Liegen alle richtig, kommt für die nächste Frage ein Bonuspunkt in den Jackpot. Raten alle falsch, leert sich der Jackpot wieder.


Was passiert? Gutes und auch weniger Gutes. Erfrischend finde ich, dass COLOR BRAIN nicht den üblichen Wissenskanon abfragt, bei dem Erwachsene gegenüber Kindern im Vorteil sind und meist schon vorher klar ist, wer gewinnt. In COLOR BRAIN drehen sich viele Fragen um Computerspiele, Musik, Internet, Popkultur. Altersgemischte Teams ergänzen sich prima.
Weil wir nicht der Reihe nach spielen, sondern gleichzeitig, hat COLOR BRAIN keinen langweiligen Leerlauf. Auf eine Frage folgt gleich die nächste. In manchen Partien heizt man die Karten nur so durch. Und da zeigt sich der erste Nachteil des Spiels: Es enthält nur 300 Fragen. Allzu weit kommt man damit nicht.
Nachteil zwei: Die Wertung schwächelt. Dass man nur was aufs Konto bekommt, wenn irgendwer einen Fehler macht, führt dazu, dass schwächere Teams fast gar nicht punkten. Oft landen Karten, die sie richtig beantworten, im Jackpot. Und wenn der Jackpot später verteilt wird, sind sie nicht dabei.
Manchmal folgt auf eine lange Phase leichter Fragen mit aufgeblähtem Jackpot eine Frage, die durch pures Rateglück entschieden wird. Man kann das als dramaturgisches Highlight auffassen, die meisten nehmen es aber gegenteilig wahr.

Was taugt es? In Summe ist mir COLOR BRAIN lieber als ein weiteres Quiz, das auch nur wieder so ist wie andere Quizze. Dass Mitspieler*innen mit ganz verschiedenen Wissenshintergründen etwas zu den Antworten beitragen können, macht COLOR BRAIN zu einem gelungenen Teamspiel, das allerdings nicht rundum gelungen ist.


**** solide

COLOR BRAIN von Tristan Williams für zwei bis vier Spieler*innen oder Teams, Game Factory.

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