Montag, 7. Dezember 2020

Pocket Detective

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[R1] Diese Rezension zum Spiel POCKET DETECTIVE enthält nichts Besonderes. Das Spiel auch nicht. Du kannst trotzdem die komplette Rezension lesen (R2) oder direkt zur Wertung springen (R3).

[R2] Wie geht POCKET DETECTIVE? Trotz Namensähnlichkeit ist POCKET DETECTIVE offenbar nicht als Geschwisterspiel zu DETECTIVE gedacht. Autor und Verlag sind nicht identisch. Allerdings funktioniert POCKET DETECTIVE trotzdem wie DETECTIVE – nur deutlich kompakter. Was das heißt, wie DETECTIVE zu sein, habe ich zwar gerade erst vor acht Tagen beschrieben. Ich mache es aber gerne noch einmal, nicht zuletzt wegen des üppigen Zeilengeldes.
Wir ermitteln in einem Verbrechen. Eine Einleitungsgeschichte stellt uns an ihrem Ende mehrere Optionen zur Wahl: mit X sprechen, Ort Y untersuchen, Akte Z studieren. Wir dürfen jeder Option nachgehen, aber das kostet Zeitpunkte. Je mehr Zeit wir verbrauchen, desto schlechter wird unsere Punktwertung ausfallen. Den Fall gelöst zu haben, macht aber natürlich trotzdem den größten Teil des Kuchens aus.
Einer Option nachzugehen, bedeutet üblicherweise, eine Karte zu lesen und neue Informationen zu erhalten. Oft tun sich nun auch neue Spuren auf, denen man ebenfalls nachgehen kann. Eine Regelbesonderheit des ersten Falles sind Stresspunkte, die man sich einhandelt, wenn man etwas eher Heikles tut, im zweiten Fall können Entscheidungen den örtlichen Sheriff verärgern. Wie man sich denken kann, wirken sich zu viel Stress und zu viel Ärger negativ aus. Allerdings – und das ist gewieft – kommt man weniger gut voran, wenn man immer nur den konfliktfreien Weg wählt.


Was passiert? Aufgrund von Intuition und / oder Ermittlungsergebnissen folgen wir – genau wie bei DETECTIVE – den Spuren, klopfen diese und jene Fährte ab. Vom Spiel selbst geht kaum Zeitdruck aus, wir könnten, wenn wir wollten, noch lange weiterermitteln. Aber wir wissen ja: Die Wertung verschlechtert sich. Außerdem – zumindest war es bei uns so – fühlt man sich irgendwann auf der sicheren Seite und löst auf.
Im Gegensatz zu DETECTIVE sind die Informationen hier gradliniger. Weil alles auf eine Spielkarte passen muss, kommen die Texte schnell auf den Punkt und nehmen unsere Bewertungen teilweise vorweg. Formulierungen wie „In Dr. Crows Unterlagen findest du nichts Nützliches“ oder „Augenscheinlich verheimlicht sie etwas“ beantworten Fragen, bevor man sie sich überhaupt stellen kann.


Was taugt es? Die Fälle sind ohne große Schwierigkeiten lösbar, aber trotzdem nicht banal. Der Autor hat verschiedene Spuren gelegt. Mit Glück befindet man sich früh auf der richtigen und verliert deshalb weniger Zeit.
Ich habe mich durch beide Fälle POCKET DETECTIVE angenehm beschäftigt gefühlt. Obwohl weder die Geschichten noch das Spielsystem etwas Spektakuläres oder Originelles parat haben, ist mir dies immer noch lieber als künstliche Verkomplizierung durch verschwurbelte Auflösungen, die am Ende nicht überzeugen.
Den generellen Spielspaß möchte ich POCKET DETECTIVE also nicht absprechen. Die Auflösung finde ich in beiden Fällen befriedigend. Den Grad meiner geistigen und emotionalen Involviertheit habe ich jedoch als niedrig erlebt. Das Spiel lässt mich unberührt.
Technisch-handwerklich ist POCKET DETECTIVE einwandfrei, deswegen wäre auch die Bewertung „solide“ vertretbar. Ich habe mich dennoch für das kritischere „mäßig“ entschieden. Natürlich – aber das durchschauen wieder nur die Querdenker*innen – wegen der geheimen Nörgelquote, die ich erreichen möchte. Offiziell jedoch weil ich in POCKET DETECTIVE keine Bereicherung für das Genre sehe. So okay das Spiel auch ist: Es bietet mehr desselben, was wir schon kennen, in einer Form, wie wir sie schon kennen.


[R3] *** mäßig

POCKET DETECTIVE: MORD AUF DEM CAMPUS / GEFÄHRLICHE MACHENSCHAFTEN von Yuri Yamshchikov für eine*n bis sechs Spieler*innen, Schmidt.

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