Montag, 21. Dezember 2009

Memoir ´44 - Mediterranean Theater

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der unnützen Geschenke. Genau der richtige Zeitpunkt also für eine Rezension, die keiner braucht.
Alle MEMOIR-Sammler brauchen die Rezension nicht, weil sie die Box ja längst besitzen. Und alle MEMOIR-Verächter brauchen die Rezension auch nicht, weil sie die Box ja gar nicht besitzen wollen.
Fürwahr ein schreckliches Rezensenten-Dilemma! Tun wir deshalb also mal so, als gäbe es den Typus des „kritischen Sammlers“ (hahaha, lach, Schenkel klopf), der die Box nicht besitzt, weil er vor dem Kauf erst noch nachdenkt. An ihn richtet sich diese Rezension. Frohes Fest!

Wie geht MEMOIR ´44 – MEDITERRANEAN THEATER? Die Regeln entsprechen weitgehend dem Grundspiel - logo. Ausnahmen: In der Wüste ist der Armor Overrun nun noch panzerfreundlicher. Zusätzlich gibt es ein paar Bestimmungen für italienische Einheiten, die aber selten zum Einsatz kommen (sowohl die Bestimmungen als auch die Einheiten). Und schließlich haben die Briten ihren kleinen „Stiff Upper Lip“-Vorteil, der zwar ständig gilt, aber auch ständig vergessen wird. Was entweder darauf hindeutet, dass diese Regel ziemlich überflüssig ist oder dass meine Spielpartner und ich nicht mehr die Jüngsten sind.

Was passiert? Es gibt einiges auszuprobieren, nämlich acht Szenarien und die neue Anti-Tank-Gun. Der Einstieg mit dem Gefecht am „Hellfire Pass“ verläuft äußerst viel versprechend, doch die Ernüchterung kommt bald...
Warum? Für mich liegt der Reiz von MEMOIR ´44 im Zusammenspiel der drei unterschiedlichen Figurentypen mit dem wechselnden Gelände. Und sowohl unterschiedliche Figurentypen als auch wechselndes Gelände sind in einigen Szenarien nicht gerade das Hauptmerkmal. Ganz im Gegenteil ist es überwiegend monoton sandig, und es fahren auffallend viele Panzer durch die Gegend. Das mag den historischen Gegebenheiten voll entsprechen - nur ist MEMOIR ´44 anscheinend nicht gerade das geeignetste Spielsystem, um ausgerechnet Panzerschlachten in der Wüste abzubilden.

Was taugt es? Neben den enttäuschenden bietet die Erweiterung auch mehrere sehr interessante Szenarien, so dass in Summe doch wieder einige spannende Spielstunden herausspringen.
Wenn man die Sache realistisch beurteilt, kommt man wahrscheinlich zu dem Schluss, dass es auch ohne diese Erweiterung bereits genügend Szenarien gibt, um tage-, wochen- und monatelang MEMOIR ´44 zu spielen. Aber auf solch eine blöde Idee könnten höchstens kritische Sammler kommen, und die gibt es ja gar nicht.

MEMOIR ´44 – MEDITERRANEAN THEATER von Richard Borg für zwei Spieler, Days of Wonder.

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