Dritter und letzter Teil meiner diesjährigen Mitspielerbefragung...
Wenn ich mir die Spiele und Kommentare so vergegenwärtige, gewinne ich den unerhörten Eindruck, dass meine Mitspieler offenbar zum Spaß spielen!!!
Beneidenswert. Ich gehe bekanntermaßen etwas verkrampfter an die Sache heran. Denn als Blogger spukt mir bei jeder Partie natürlich noch etwas anderes im Hinterkopf herum: Die zu schreibende Kritik? Nein. Irgendwelche Analysen? Nein. Dass alle Mitspieler Spaß haben sollen? Haha, nein. Tatsächlich denke ich immer nur an ein und dasselbe: meine Million! Und ihr werdet schon sehen. Eines Tages... ach, egal. Ich komme vom Thema ab.
Also: dritter und letzter Teil meiner diesjährigen Mitspielerbefragung!
CHRISTIAN
1. RUHM FÜR ROM
Viel Spiel für so eine kleine Schachtel. Fühlt sich ein bisschen an wie MAGIC, wenn man gerne Combo-Decks spielt.
2. CIVILIZATION – DAS BRETTSPIEL
Bestes Spiel in der Kategorie: 4h+.
3. PICTOMANIA
Bestes Spiel in der Kategorie: Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Spaß macht. Normalerweise mag ich Partyspiele, in denen man zeichnen muss, nicht, aber PICTOMANIA ist super.
4. RAPA NUI
Bestes Spiel mit Papiermaulbeeren.
MARTIN
1. KINGDOM BUILDER
Verdientes Spiel des Jahres. Jede Partie ist anders. Aber: Karton zu groß und hätte mit mehr Siegpunktkarten noch abwechslungsreicher sein können.
2. TOURNAY
Optisch wie auch TROYES ein Hochgenuss, originelles Spielprinzip und eingebaute Erweiterung. Aber: schwer reinzukommen.
3. EDO
Nette Planungsphase, bei der alle gleichzeitig dran sind. Zwei Spielpläne. Aber: Karton zu groß.
4. OLYMPOS
Gewohnt originelles Aufbau- und Eroberungsspiel von Philippe Keyaerts. Aber: Einige Eigenschaften scheinen stärker zu sein als andere.
5. TRAJAN
Schön ist das Material und die Idee, das gute alte Bohnenspiel zu pimpen. Aber: äääh, nix aber.
MEIKE
1. KING OF TOKYO
2. DUNGEON FIGHTER
3. VEGAS
4. MISS LUPUN UND DAS GEHEIMNIS DER ZAHLEN
MICHAEL
1. RUHM FÜR ROM
2. KING OF TOKYO
3. VILLAGE
4. HAWAII
MORITZ
1. KINGDOM BUILDER
2. DIE GULLIPIRATTEN
3. GRIMORIA
4. KING OF TOKYO
5. VEGAS
OLLI
1. KING OF TOKYO
Nach einem miesen Tag noch mit den Jungs eine Runde prügeln gehen, und alle Klauenneuwürfler als feige Pussys bezeichnen!
2. DAS ÄLTERE ZEICHEN
Wer nach KING OF TOKYO noch Würfel mag, kann helfen, das Erwachen des Großen Alten zu verhindern!
3. RUHM FÜR ROM
Wenn ich nicht gegen Ende ständig die Übersicht über meine vollendeten Gebäude verlieren würde, hätte ich bestimmt alle Partien dieses genialen Kartenspiels gewonnen!
4. KALIMAMBO
Irgendwie wird immer der gleiche vom Nashorn in die Scheiße geschubst, lustig wenn nicht ich das bin!
5. FREITAG
Ein Soloabenteuer von Friedemann Friese und dann auch noch Deckbuilding – gehört ganz klar in diese Auflistung!
PATRICK
1. NIGHTFALL
2. SPACE MISSION
3. PICTOMANIA
4. DUNGEON PETZ
5. PIRATEN KAPERN
RAPHAEL
1. DIE GULLIPIRATTEN
Ein einfaches und schnell zu erlernendes Spielprinzip. Die Aufmachung ist lustig, und es ist auch noch beim mehrmaligen Spielen noch nicht langweilig geworden. Leider ist das Spiel sehr kurz (ja richtig, die guten Spiele sind häufig zu kurz).
2. NEFARIOUS
Für Taktiker genau das Richtige und bleibt auch beim mehrmaligen Spielen noch sehr abwechslungsreich und interessant.
3. KINGDOM BUILDER
Das Spiel des Jahres. Ja, warum nicht. Es ist schnell zu erlernen und hat ein interessantes Spielprinzip. Man kommt durch geschicktes Finden des richtiges Standortes zum Sieg. Jetzt muss man nur noch die richtige Karte ziehen. Ja, das ist auf Dauer etwas ärgerlich. Aber das gilt zum Glück auch für meine Mitspieler. Durch die Variationen des Spielfeldes und das Ändern der Spielziele gibt es viele Möglichkeiten, den Ablauf jedesmal etwas anders aussehen zu lassen. Es gibt (in der Standardversion) meiner Meinung nach zu wenig Zielkarten, sodass sich einige Regelmäßigkeiten herauskristallisieren. Aber sonst schon toll.
4. PICTOMANIA
Es ist witzig, es macht Spaß und man muss malen. Das Gemalte von anderen Spielern zu erkennen gehört natürlich auch dazu. Kann man mal machen, aber gerne auch häufiger.
5. EDO
Leider noch nicht so häufig gespielt, aber die strategische Komponente und die verschiedenen Möglichkeiten in dem Spiel machen es zumindest im ersten Eindruck sehr gut. Leider nur auf Platz fünf, da ich hier noch nicht ganz vergleichen konnte, ob es auch bei mehrmaligen Spielen genügend Abwechslung gibt.
SANDRA
1. KINGDOM BUILDER
2. PICTOMANIA
3. SANTA CRUZ
TIMO
1. TARGI
2. EDO
3. SIBERIA
4. VILLAGE
TOBI
1. PICTOMANIA
Klasse, weil man zugleich schnell und gut zeichnen und raten muss.
2. DIE GULLIPIRATTEN
Hat ein sehr eigenes Design und – man kann Kapitän werden.
3. VEGAS
Wenn schon Würfelspiel, dann VEGAS, weil es einen höheren „Ärger“faktor hat als MENSCH ÄRGERE DICH NICHT.
4. KALIMAMBO
Einfach lustig.
UDO
1. DUNGEON FIGHTER
Cooles, lustiges Adventure-Würfelspiel – stärkt den Teamgeist.
2. KING OF TOKYO
Macht einfach Spaß. Sehr abwechslungsreich mit viel Action.
3. SIBERIA
Schönes Aufbauspiel.
ULRIKE
1. ORA ET LABORA
2. STONE AGE – MIT STIL ZUM ZIEL
3. KING OF TOKYO
4. WÜRFEL BOHNANZA
5. ESELSBRÜCKE
VANESSA
1. DUNGEON FIGHTER
2. KING OF TOKYO
3. KINGDOM BUILDER
Mit grünen Spielsteinen hätte es beste Chancen auf Platz 2 gehabt.
WIEBKE
1. NEFARIOUS
2. KING OF TOKYO
3. PICTOMANIA
Donnerstag, 20. September 2012
Spiele-Jahrgang 2011/12:
Die Lieblingsspiele meiner Mitspieler (Teil 3)
Sonntag, 16. September 2012
Stone Age - Mit Stil zum Ziel
Was macht ein Verlag, wenn nicht unendlich viel Spielmaterial vorhanden ist? Er behauptet einfach das Gegenteil! Als Beweis mein Lieblingszitat aus der Spielregel von MIT STIL ZUM ZIEL: „Schmuck ist unendlich vorhanden! Sollte der seltene Fall eintreten, dass nicht genügend Schmuck vorhanden ist, behelft ihr euch bitte mit eigenen Ringen, Ketten oder Zähnen.“ – Nennt mich ein zimperliches Weichei, aber ich möchte nicht dabei sein, wenn Opa heroisch seine Prothese aus dem Mund reißt, nur um der gesprengten Bank aus der Klemme zu helfen. Würg.
Was bringt MIT STIL ZUM ZIEL? Weitere Gebäudeplättchen, weitere Zivilisationskarten, eine fünfte Spielerfarbe. Aber vor allem: (unendlich vorhandenen) Schmuck als zusätzliche Währung. Einmal pro Zug darf man Schmuck gegen Baustoff tauschen (auch Baustoff gegen Baustoff), wobei die eigene Position auf der „Händlerleiste“ den Tauschkurs bestimmt. Dort kommt man vorwärts, wenn man zwei Figuren in der neuen Händlerhütte platziert.
Die neuen Gebäude werden teilweise oder ausschließlich mit (unendlich vorhandenem) Schmuck bezahlt. Vor allem aber dient Schmuck dazu, um Zivilisationskarten zu kaufen. Eine fünfte Karte rutscht ins Angebot und kostet drei Schmuck. Und wer will, darf für weitere drei Schmuck die Katze im Sack erwerben und eine verdeckte Karte vom Stapel hinzunehmen, bei der dann nur der Siegpunkt-Effekt gilt. Schmuck sammelt man im Wesentlichen bei der Jagd im Wald. Den Ertrag darf man sich nun in Nahrung und / oder Schmuck auszahlen lassen.
Was ändert das? Wenn Elemente hinzukommen, liegt die Annahme nahe, das Spiel dauere nun länger. Genau das ist bei MIT STIL ZUM ZIEL aber nicht der Fall. Die Tauschmöglichkeiten machen Besuche in der Goldgrube oder im Steinbruch fast überflüssig. Gebäudestapel lassen sich gezielter abbauen. Der ohnehin schon starke Run auf die Karten nimmt weiter zu. Beschleunigend wirkt überdies, dass nun noch mehr Karten jener Art im Spiel sind, die per Würfelentscheid allen Spielern einen Fortschritt schenken.
Dadurch verschieben sich die Gewichtungen. Man bevorratet sich weniger mit Baustoffen; Werkzeug wird unattraktiver. Wegen der Tauschmöglichkeit und verdeckter Karten sind die Absichten der Konkurrenz schwerer zu kalkulieren. Was daraus folgt, hängt von der Gruppenmentalität ab: Nach meiner Erfahrung wird STONE AGE jetzt zügiger drauflos gespielt. Man hat mehr die Qual der Wahl, welche von vielen attraktiven Möglichkeiten man bevorzugt, und rechnet weniger herum, wie viele Figuren wohl in den Steinbruch müssen, um exakt Gebäude X bauen zu können. Im Zweifelsfall gehen alle übrigen Figuren einfach jagen. Unendlich vorhandenen Schmuck kann man immer gebrauchen.
Wie viel Stil hat das? Mir gefällt das etwas fluffigere Spielgefühl (das sich allerdings noch nicht während der ersten Partie einstellt, wo man noch damit kämpft, den Sinn des Schmucks überhaupt zu verstehen), und die Erweiterung wird bei mir zum festen Bestandteil von STONE AGE.
Wer gerne thematisch spielt, wird nicht so zufrieden sein, denn STONE AGE ist vom Thema abgekommen. Die Idee war, Figuren in Goldminen, Lehmgruben usw. zu schicken, um mit den dort eroberten Materialien Gebäude zu errichten. Angesichts der vielen zusätzlichen Elemente ist dieser Ablauf inzwischen zur Notlösung verkommen und fühlt sich ein bisschen steinzeitlich an, während die alternativen Aktionen bereits in der Bronzezeit angekommen sind.
STONE AGE – MIT STIL ZUM ZIEL von Michael Tummelhofer für zwei bis fünf Spieler, Hans im Glück.