Sonntag, 14. September 2008

Amyitis

Nicht ein einziges der „y“-Spiele aus dem Ystari-Verlag hat bislang enttäuscht, und auch AMYITIS macht hier keine Ausnahme. Warum AMYITIS trotzdem kaum Schlagzeilen geschrieben hat? Weil nicht zu enttäuschen nicht genügt, wenn parallel AGRICOLA, GALAXY TRUCKER, IM JAHR DES DRACHEN, TRIBUN & Co. erscheinen. Darum.

Wie geht AMYITIS? Wir pflanzen Pflanzen. Amyitis findet das nämlich gut. Und sie ist eine hübsche Frau, berichtet die Spielregel. Folglich bedarf unser Tun keiner weiteren Erläuterung. Wir pflanzen Pflanzen, na logo, was denn sonst? Voll super, Alter! Cooles Ding!
Um Pflanzen anzupflanzen benötigen wir zuallererst eine Pflanze. Die gibt es hier und da auf einem neun Felder langen Parcours, wo ein neutrales Kamel seine Runden dreht, und muss mit verschiedenen Waren wie Gerste, Datteln oder Salz bezahlt werden. Also benötigen wir offenbar auch Waren. Und wir benötigen Kamelplättchen, denn nur nach Bezahlung von Plättchen läuft das Kamel weiter.
Zu Beginn jeder Runde decken wir diverse Gewerbekarten auf und reihum wählen wir eine aus: Bauern bringen eine Ware, Händler ein Kamelplättchen, Priester und Ingenieur... auweia, muss ich das auch noch erklären? Ich finde, nein. Wir halten fest: AMYITIS beinhaltet viele Elemente, die alle irgendwie und mehr oder weniger direkt zum Ziel führen.

Was passiert? AMYITIS zwingt die Spieler zur Kleinschrittigkeit. Zunächst mal wählen wir also Gewerbekarten. Natürlich wollen wir auf lange Sicht auch mal Pflanzen pflanzen und peilen deshalb Waren und Kamelplättchen an. Aber neben den Pflanzen gibt es auf dem Kamel-Parcours auch noch weitere Anlaufstationen: Ein Karawanenführer erhöht die Reichweite des Kamels, ein Bankier erhöht das Einkommen, und ein Palast bringt Siegpunkte auch ohne Gartenbau (Psst! Nicht Amyitis sagen...!).
Und abseits des Kamel-Parcours bieten Priester und Ingenieur hübsche Alternativen. Die wollte ich ja nicht detailliert erklären, aber sagen wir mal so: Auch sie bringen was. Und so hat jeder Spieler immer was zu tun und alles ergibt schon irgendwie einen Sinn und auch Siegpunkte eines Tages.

Was taugt es? AMYITIS bietet zahlreiche Handlungsmöglichkeiten und verschiedene Strategiewege und das finden wir Spieler ja immer toll. Man muss hier ein bisschen optimieren, da ein bisschen Gewinne abgreifen, dies bedenken, das bedenken. Viele Kleinigkeiten, alles schön verzahnt, alles logisch aufgebaut. Ein Spiel, gegen das man nicht viel sagen kann.
Aber was kann man für das Spiel sagen? An welcher Stelle packt es? AMYITIS ist sauber konstruiert, doch die vielen interessanten Elemente stehen eher nebeneinander anstatt miteinander zu verschmelzen. AMYITIS wirkt barock: ein im Grunde einfacher Ablauf mit zahlreichen Schnörkeln dran. Hübsch gemacht, aber auch ein bisschen künstlich.

AMYITIS von Cyril Demaegd für zwei bis vier Spieler, Ystari.

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