Montag, 28. September 2009

Bring mich nicht mit (4): Hochstapler

Sommerferien sind klassischerweise die Zeit für kleine Mitbringspiele. Aber mittlerweile sind ja gar keine Sommerferien mehr. Völlig folgerichtig wendet sich REZENSIONEN FÜR MILLIONEN deshalb nun solchen Spielen zu, die man besser nicht mitbringt.

Bei HOCHSTAPLER sind wir Hochstapler, und Reiner Knizia hat jetzt auch BLUFF erfunden. Allerdings mit Karten statt Würfeln. Und das geht dann so: Es gibt sieben Sorten Motive (Haus, Auto, Yacht usw.) mit Werten von null bis sieben. Jeder besitzt von jeder Sorte eine Karte, und man wettet darauf, wie viele Motive pro Sorte im Umlauf sind. Natürlich - denn es ist ja BLUFF - muss man sich dabei überbieten oder anzweifeln. Beispielsweise sage ich: „13 Häuser“ und mein Nachbar trumpft mit „15 Diamanten“ auf, der Nächste sagt „16 Diamanten“ und der Übernächste „Glaube ich nicht!“, und jetzt decken wir die Diamanten-Karten auf und vergleichen.
Anhaltspunkte für Gebote sind: das eigene Blatt, die Gebote der Mitspieler und die bislang ausgetauschten Karten. Jedes Mal, wenn man bietet, darf man nämlich eine beliebige Karte offen abwerfen und eine derselben Sorte nachziehen.
In Summe sind das trotzdem sehr wenige Anhaltspunkte, und man bietet ins Blaue hinein. HOCHSTAPLER hat nichts, was BLUFF nicht auch hätte. Umgekehrt hat BLUFF aber einiges, was Hochstapler nicht hat: kalkulierbare Wahrscheinlichkeiten, Schadensabwägungen, Hochtreiben der Gebote durch Nachwürfeln und – Spielspaß!

HOCHSTAPLER von Reiner Knizia für drei bis sieben Spieler, Kosmos.

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