Freitag, 8. September 2023

Vor 20 Jahren (129): King Arthur

Trara! Als das österreichische „Spiel des Spiele“ wurde im Jahr 2003 Reiner Knizias KING ARTHUR gewählt, womit auch im dritten Jahr dieses Preises ein anderes Spiel ausgezeichnet wurde als das „Spiel des Jahres“ in Deutschland. Die Abweichung fiel auf, schon 2001, als erstaunlicherweise nicht CARCASSONNE gewann. Aber nie hätte ich geglaubt, dass es auch in den folgenden 20 Jahren und bis heute keine einzige Übereinstimmung geben würde.

KING ARTHUR konnte ich als Preisträger recht gut nachvollziehen. Das Spiel hatte meine Sympathie. Mit Elektronik, leitender Farbe auf dem Spielplan und professionellen Sprachstimmen versuchte Ravensburger hier etwas ganz Neues und steckte auch einiges an Entwicklungskosten in sein Experiment. Man wollte, so hieß es, das Genre Brettspiel weiterentwickeln. Und neue Impulse schienen bitter nötig, denn anders als in jüngster Zeit konnte die Branche damals nicht immer wieder Umsatzgewinne bejubeln.

Ich meine, mich zu erinnern, dass in der Szene große Neugierde auf KING ARTHUR herrschte. Das Produkt war innovativ. Es war von Reiner Knizia. Es hatte einen Preis gewonnen, noch bevor es in Deutschland erhältlich war. Und es war auch vom Volumen her mal eine echte Ansage: 55 mal 38 Zentimeter maß die Schachtel. Kleiner ging es nicht, denn der Spielplan ließ sich wegen der Technik darin nicht falten.


Und dann … waren sehr viele Rezensent:innen enttäuscht. Dass sich KING ARTHUR in der Fairplay bei Noten zwischen 2- und 4 einpendelte, war vergleichsweise milde. Sämtliche Mitarbeiter:innen von hall9000 beispielsweise vergaben drei oder weniger von sechs Würfelpunkten. Dabei war diese Seite normalerweise nicht für Verrisse bekannt. Neben vielleicht falschen Erwartungen hatte KING ARTHUR das Problem, sich zu wiederholen. Und manche Spieler:innen nahmen den Tag über anscheinend nicht genug Flüssigkeit auf, ihre Körper leiteten nicht gut, das Spiel hakte.

Heute weiß man, wie es ausgegangen ist: Mit DIE INSEL (auch von Reiner Knizia) erschien 2005 noch ein Nachfolger mit derselben Technik. Danach kam für die Spielpläne mit Leitfarbe das Aus. Die Elektronikreihe wurde in technisch abgespeckter Form weitergeführt, und jetzt gelangen zwei richtig große Würfe und Mega-Bestseller: erst WER WAR’S? (erneut von Reiner Knizia und meiner Meinung nach das beste Kinderspiel überhaupt), dann SCHNAPPT HUBI! (Steffen Bogen). Beide wurden Kinderspiel des Jahres. In Deutschland.


2 Kommentare:

Michel hat gesagt…

Ich hab mir bei King Arthur fast die Finger gebrochen, um Kontakt auszulösen (bei manchen Mitspielern gab es dagegen nie Probleme, die mussten dann für die „schlechten Leiter“ die Züge ausführen). Das nervte wirklich … und ja, das Spiel war tatsächlich nicht so gut (um etwas Abwechslung zu haben, musste man bewusst die falschen Entscheidungen treffen, denn die richtigen waren schnell durchschaut).

Die Insel dagegen funktionierte gut und war, wenn man Spaß am Entschlüsseln logischer Verknüpfungen hat, wirklich gelungen. Haben wir zu zweit über 30mal gespielt und jetzt habe ich große Lust, es heute Abend zu viert zu versuchen. Hab bestimmt die Batterie(n) dringelassen und werde viel Spaß mit der Reparatur bekommen.
Dort bog sich aber der Spielplan gerne mal und der „Felsen“ in der Spielmitte verlor den Kontakt. Das konnte man zwar mit ein wenig Geschick beheben, dürfte aber auch zum raschen Verschwinden des Spiels vom Markt beigetragen haben.

Anonym hat gesagt…

Es gab von King Arthur vor einigen Jahren noch eine Neuauflage. Da lief das Ganze über eine Handy App, bei der die Handykamera von einem (mitgeliefertem) Stativ aus das Spielbrett "ausgelesen" hat. Brauchte einen gut ausgeleuchteten Raum, brachte uns aber aber einige spaßige Abende.
Verschwand dann aber (leider) auch flott vom Markt und Appstore.

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