Mittwoch, 14. Oktober 2026

Match Me If You Can

Match me if you can: Cover

Der Jahrgang 2025/26 enthält auffallend viele Spiele, in denen es darum geht, mit den Mitspieler:innen übereinzustimmen. Eines davon – DITO! – wurde sogar Spiel des Jahres. Wie gut sind die anderen?

Wie geht MATCH ME IF YOU CAN? Eine von 300 Fragekarten wird vorgelesen. Etwa: „4 SMS haben wir gefragt: Welche Abkürzung nervt dich am meisten?“ Oder: „100 AA-Batterien haben wir gefragt: In welchem Gerät stehst du unter Strom?“ Oder: „7 Flitterwochen haben wir gefragt: In welcher Stadt flittert es sich am schönsten?“ Alle Spieler:innen notieren eine Antwort, von der sie hoffen, dass andere sie ebenfalls notieren. Habe ich mindestens eine Übereinstimmung, bekomme ich einen Punkt und qualifiziere mich für die nächste Frage. Die bringt im Erfolgsfall zwei Punkte, die dritte drei.
Spätestens nach drei Fragen endet eine Runde, und alle Spieler:innen sind bei der nächsten Frage wieder am Start. Wer zwischendurch ausscheidet, ist nicht komplett beschäftigungslos. Die Ausgeschiedenen geben geheime Tipps ab, ob den Antwortenden ein Match gelingt oder nicht. Jede richtige Vorhersage bringt einen Punkt.

Was passiert? Manche Fragen sind lustig und / oder originell und machen den Spieler:innen Spaß. Im Bestfall werden die Antworten hinterher noch kommentiert und nicht nur einfach abgehakt.
Im Vergleich zu DITO! ist mein Eindruck, die Fragen in MATCH ME IF YOU CAN seien in der Tendenz etwas spezieller und richteten sich ein wenig mehr an ein jüngeres Publikum. Jedenfalls kam MATCH ME IF YOU CAN bei Spielenden zwischen 20 und 30 Jahren klar am besten an.

Match me if you can: Material

Die Spieldauer von MATCH ME IF YOU CAN variiert. Im Extremfall kann eine Partie schon nach sieben Fragen zu Ende sein. (Natürlich könnte man einfach weiterspielen oder eine neue Partie beginnen.) Je mehr weit gefasste Fragen kommen, desto weniger Übereinstimmungen haben wir und desto länger dauert es, bis jemand die erforderlichen 13 Punkte hat.

Was taugt es? Obwohl MATCH ME IF YOU CAN fast dasselbe macht wie DITO!, zieht mich das Spiel nicht in demselben Maße rein. Das kann mein persönlicher Geschmack sein, denn unter meinen Mitspieler:innen waren beide Spiel etwa in demselben Maße beliebt. (Genauer: je nach Auswertungsmethode. Wenn ich nur die Noten der Spieler:innen heranziehe, die beide Spiele gespielt und bewertet haben, war DITO! signifikant beliebter.)
Für mein Empfinden zeigt sich im Vergleich zwischen MATCH ME IF YOU CAN und DITO!, welch kleine Details den Unterschied zwischen einem ordentlichen Spiel und einem Klassespiel ausmachen können.
DITO! besitzt durch seine klare Rundenstruktur (dreimal drei Fragen, dreimal drei Antworten) für mich die bessere Dramaturgie. Die Partie hat einen festen Rahmen. Die Spannung baut sich während der Auswertung langsam auf, weil ich mit Bingos Extrapunkte erzielen kann. Auch in MATCH ME IF YOU CAN gibt es eine Steigerung, indem man sich durch Matches für die punkteträchtigen Fragen erst mal qualifizieren muss. Aber es gibt Partien, in denen kaum mal eine dritte Frage verlesen wird. Und manche Spieler:innen haben das Pech, da nie mitzumachen. Sie dürfen nur tippen – was zwar besser ist als ein komplettes Ausscheiden, aber eben doch nur eine Nebenrolle.
In MATCH ME IF YOU CAN gebe ich pro Frage genau eine Antwort ab, hopp oder top. Dadurch ist MATCH ME IF YOU CAN etwas kurzatmiger. Schnell gehen wir von einem Thema zum nächsten. In DITO! beschäftigen wir uns länger mit nur drei Fragen. Das finde ich runder, konzentrierter und auch belohnender. Wenn meine erste Antwort kein Treffer ist, sind es vielleicht die beiden anderen.
Der Vergleich soll die Qualitäten von MATCH ME IF YOU CAN nicht abwerten. Viele Menschen in meinen Runden hatten eine tolle Zeit mit dem Spiel. Die Fragen sind abwechslungsreich und bisweilen auch anregend. In ihre Ausarbeitung ist sichtbar Kreativität und vermutlich auch viel Arbeit geflossen.


**** solide

MATCH ME IF YOU CAN von Julien Gupta und Johannes Berger für drei bis acht Spieler:innen, Ravensburger.

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