Einleitungen besitzen eine wichtige Funktion. Sie bieten Leuten, die gerne über sich selber reden, die schöne Gelegenheit über sich selber zu reden. Diesmal möchte ich das nutzen, um einmal mehr auf meine Bewertungsmaßstäbe hinzuweisen. Also aufgemerkt: „In diesem Blog ist mir eine Meinung die allerwichtigste: meine! Und das darf ich auch so machen, weil: ist ja mein Blog.“
Auf den konkreten Fall angewendet heißt dies: Mit Blick auf die Zielgruppe halte ich SCHLAG DEN RAAB zwar für sehr gelungen. Doch leider gehöre ich der Zielgruppe nicht an, und somit fällt das Urteil in den Maßstäben meines spielerischen Bedarfs etwas weniger euphorisch aus.
Wie geht SCHLAG DEN RAAB? Zu Beginn werden die Rollen verteilt: Einer der Spieler ist Stefan Raab, alle anderen sind nicht Stefan Raab und bilden ein Team. Abwechselnd versuchen sie Stefan in verschiedenen, per Drehkreisel ermittelten Disziplinen zu schlagen. Die Punktwertung entspricht der TV-Sendung. Die ersten Spiele zählen wenige Punkte, die späteren immer mehr. So bleibt das Duell lange Zeit offen.
Was passiert? Die Spieler bauen Papierflieger, raten Autokennzeichen, schnippen Chips auf eine Torwand, pusten einen Ball durch einen Slalom-Parcours, summen Lieder, schießen auf Dosen, fangen Flummi-Eier, beantworten Quizfragen und so weiter und so weiter. 36 verschiedene Spielchen decken ein breites Spektrum ab zwischen Geschicklichkeit, Wissen, Glück und Alberei.
Was taugt es? In einer Runde, die gerade so mit MACAO oder IM WANDEL DER ZEITEN zufrieden zu stellen ist, taugt SCHLAG DEN RAAB überhaupt nichts. Aber überrascht das irgendwen? Nein. Und deshalb spielt man dieses Spiel auch in anderen Runden.
Zwei Wermutstropfen gibt es auch dort: 1. Nur einer kann Stefan sein, alle anderen müssen sich abwechseln. In einer Sechser-Runde bedeutet dies längeres Aussetzen. 2. Nach einigen Partien gehen die Quizfragen zur Neige.
Ansonsten ist SCHLAG DEN RAAB eine sehr gut zusammengestellte Box, die das liefert, was sie verspricht: eine spielerische Umsetzung der Show. Für Fans genau das Richtige. Für sonstige Menschen ein Partyspiel, bei dem man das Mitmachen nicht bereuen muss.
Wären alle Lizenzspiele so wie dieses, finge ich vielleicht doch an zu glauben, dass sie eine Brücke sein können, um neues Publikum für das Brettspiel zu gewinnen.
SCHLAG DEN RAAB - DAS SPIEL von Max Kirps für zwei bis vier Spieler, Ravensburger.
Montag, 29. November 2010
Schlag den Raab - Das Spiel
Label:
**** solide
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