Samstag, 4. Dezember 2010

Als ich noch kein Spieler war (12): Seeschlacht

Heimvorteil gibt es auch bei Brettspielen. Spielte ich bei meinem damals besten Freund seine Spiele, dann gewann fast immer er. Spielten wir bei mir zu Hause meine Spiele, gewann fast immer ich. Der Besitzer kannte seine Spiele nun mal besser. Das half selbst bei Spielen, die fast nur Glückssache waren. Das Wort „fast“ ist hier eben das Entscheidende: Obwohl bei ÖL-MAGNAT die Lochscheibe verborgen und in jeder Partie anders gedreht war, kannte mein Freund bestimmte Muster. Im Durchschnitt bohrte er erfolgreicher.

Ein Spiel, das ich meiner Erinnerung nach nie gewann, war SEESCHLACHT. Auf Dauer war das unmotivierend, zumal ich den Eindruck hatte, dass ich tun konnte, was ich wollte. - Mein Freund hatte sowieso immer das bessere Ende für sich: Die Windrichtung spielte ihm ständig in die Karten. Jedes Mal schaffte er es als Erster, seine Schiffe in den neutralen Hafen der Planmitte zu segeln. Und beim Kämpfen würfelte er wie ein Gott oder zumindest wie Admiral Nelson.

Aus heutiger Erfahrung weiß ich, dass der Glücksfaktor von Spielen oft gar nicht so hoch ist, wie von den Verlierern gerne angenommen wird. Man lamentiert über einen entscheidenden Würfelwurf, der alle Träume habe platzen lassen, bemerkt aber nicht, dass man sich durch seine undurchdachte Spielweise überhaupt erst in die fatale Situation gebracht hat, dass ein schlechter Wurf derartige Folgen haben kann.

Insofern räume ich gerne ein, dass ich meine Schiffe damals wohl nicht sonderlich klug navigiert habe. Aber bei den permanent ungünstigen Winden und dem übermenschlichen Gewürfel meines Gegenübers war das auch wirklich kein Wunder!!!

So sah SEESCHLACHT aus: http://www.boardgamegeek.com/image/48217/battle-at-sea?size=large

  • Was war: Als ich noch kein Spieler war (11): Schach
  • Was kommt: Als ich noch kein Spieler war (13): Heiße Karten
  • So ging es los: Als ich noch kein Spieler war (1): Jag und schlag

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