Dienstag, 18. März 2014

Vor 20 Jahren (15): Tyranno Ex

Da waren wir also Schmiel-Fans. LIEBER BAIRISCH STERBEN hatte mich und meinen damals besten Spielefreund nachhaltig angefixt, und seitdem kauften wir neue Moskito-Spiele in schöner Regelmäßigkeit und mehr oder weniger abwechselnd. Er: LIEBER BAIRISCH STERBEN. Ich: DIE MACHER. Ich: A LA CARTE. Er: TYRANNO EX. Ich: EXTRABLATT. Ich: WAS STICHT. Er: KUNSTSTÜCKE.

Mal unter uns: Ich finde, ich habe dabei den besseren Schnitt gemacht – obwohl ich heute tatsächlich kein einziges dieser Spiele mehr im Original besitze: Die neulich erwähnte brutalstmögliche Aussortierung ist tatsächlich brutal... doch was nicht gespielt wird, hat sich halt irgendwann überlebt.

Aber apropos nicht gespielt: Das Legespiel KUNSTSTÜCKE brachte es nur auf sehr wenige Einsätze. Unsere Schmiel-Ära war spätestens im Jahr 1995 vorüber. Ohnehin eröffneten damals DIE SIEDLER VON CATAN ein neues Kapitel Brettspiel-Geschichte, so dass man als Fan zunehmend mehr Auswahl hatte und nicht so sehr auf nur einen Autor und nur einen Verlag schmielen musste.

Und apropos überlebt: Das Evolutionsspiel TYRANNO EX spielte ich oft. Ich mochte es nicht, aber ich musste. Meine bevorzugten Spielpartner waren der Meinung, es handle sich um ein total witziges und raffiniertes Taktikspiel, und so fand ich mich mehrfach mit 2:1 überstimmt. Vergeblich versuchte ich, den beiden Enthusiasten nachzuweisen, dass TYRANNO EX Steuerung nur suggerierte, im Wesentlichen aber chaotisch verlief. Doch im Gegensatz zu mir gewannen sie dauernd, und so fielen meine Argumente auf wenig fruchtbaren Boden.

Eines Tages – und nun bin ich endlich bei meiner kleinen Geschichte aus dem Jahr 1991 angelangt, was zugegebenermaßen nicht exakt 20 Jahre her ist, aber doch zumindest so ungefähr – hatte einer der beiden einen Orden gebastelt.
Wieso Orden?! Na ja, was man halt so macht, wenn man jung ist und ein bisschen seltsam, obendrein zu viel Zeit hat und Brillenputztücher der Marke Swirl benutzt.

Guido, so wollen wir diesen Kreativling mal nennen, lobte die Ordensvergabe an denjenigen Spieler aus, der die nächste Partie TYRANNO EX gewinnen würde. Ziemlich raffiniert, denn mit dieser Ansage war natürlich wieder sichergestellt, dass wir erneut dieses doofe Glücksspiel spielen mussten.

Was soll ich sagen... Vielleicht war TYRANNO EX am Ende doch gar nicht so glückslastig. Es gab da ein paar gewiefte Winkelzüge, die der raffinierte Profispieler geschickt zu seinen Gunsten... ach, egal. Fazit: Die Moskito-Spiele von damals besitze ich nicht mehr. Den Swirl-Orden aber habe ich neulich in meinem Jugendzimmer wiedergefunden.


Teil 14: Billabong
Teil 16: Der Feuersalamander

4 Kommentare:

Markus Fillgraff hat gesagt…

Uiuiui, nach dem Orden würden sich ja heute noch viele die Finger lecken.

Sehr schönes Abzeichen. Da hast du aber richtig aufgeräumt.

PS:
Wann verlässt du denn dein Jugendzimmer und ziehst bei deinen Eltern aus?

Udo Bartsch hat gesagt…

Hoffentlich nie. Ist doch super hier. Und kostenloses Mittagessen gibt´s auch.

Anonym hat gesagt…

Man das wäre doch mal ne schöne Beilage für die Spielbox, einen "Gewinnerorden" Bastelbogen, zum ausschneiden und zusammenkleben ;-)
Wir hatten mal eine Verliererkappe, ganz schrecklich, diese Bestand aus einem Elchgeweih und einer, über die Stirn und Nase gehende, Stoffnase. War nicht angenehm diese zu tragen und schränkte auch die Sichtfähigkeit ein.. aber war auch Ansporn, diese schnell wieder los zu werden... hmmmm.. vielleicht sollte ich mal im Keller gramen obs noch da ist..ich hätte da so ne Idee für den nächsten Spieletreff...
Dekorierte Grüße
zerics

Anonym hat gesagt…

Oh ja, "Tyranno Ex"! Das "Lausige Lungerhuhn" hat seit damals Einzug in den aktiven Sprachgebrauch der Familie gefunden, und gerade während der verschiedenen Pubertäten der Kinder war es oft in der Anwendung!
Der Karl-Heinz

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