Montag, 27. Juni 2016

Dead Man’s Draw

Ausnahmsweise fiele mir sogar eine Einleitung ein. Weil das aber unsolidarisch gegenüber den anderen Rezensionen wäre, die zuletzt keine Einleitung bekommen hatten, soll es auch diesmal wieder ohne sein.

Wie geht DEAD MAN’S DRAW? Kurz gesagt: DEAD MAN’S DRAW ist CAN’T STOP mit Karten.
Es gibt zehn Sorten Karten mit Werten von zwei bis neun. Von jeder Sorte darf ich eine Karte (die höchste) in die Wertung bringen. Also will ich viele Sorten und hohe Werte. Bin ich am Zug, decke ich vom Stapel solange auf, bis ich finde, es sei genug, und sacke meine Beute ein. Decke ich allerdings zwei Karten mit demselben Symbol auf, wandert alles in den Müll, und ich bekomme nichts.
Die Sorten sind nun aber nicht einfach nur Sorten. Jedes aufgedeckte Symbol hat eine Bedeutung. Zum Beispiel wird eine Aktion ausgelöst: Ich darf der Auslage eine Gegnerkarte oder eine Karte aus dem Ablagestapel hinzufügen oder bin gezwungen, noch mindestens zwei weitere Karten aufzudecken.

Was passiert? Es ist langweilig. Anfangs ist man noch sehr damit beschäftigt, die Bedeutung der einzelnen Symbole zu verstehen. Sobald man das nötige Wissen drauf hat, rauscht die Partie durch. Und an manchem Mitspieler komplett vorbei.
Der Stapel mit seinen gerade mal 50 Karten ist schneller aufgebraucht, als manchem lieb ist. Wer mit Pech startet, ist meistens schon weg vom Fenster. Denn DEAD MAN’S DRAW hat kein Mittelspiel. Es gibt die Anfangsphase, dann kommt das Ende. Wer Glück hat, durfte zwischendurch ein paar Entscheidungen treffen. Wer weniger Glück hat, wurde vom Spiel gespielt.

Was taugt es? Man deckt etwas auf und guckt, was passiert. Die Mischung des Kartenstapels bestimmt, welche Spieler sich am Spiel beteiligen dürfen und welche nicht.
Klar: Über mehrere Partien gleichen sich Glück und Pech aus. Aber diese Aussicht wäre ein schwacher Grund, um ein langweiliges, unoriginelles und offenbar nicht zu Ende gedachtes Spiel mehrfach zu spielen. Insbesondere für vier Personen scheint mir DEAD MAN’S DRAW schlichtweg ungeeignet.

DEAD MAN’S DRAW von Derek Paxton, Leo Li und Chris Bray für zwei bis vier Spieler, Heidelberger Spieleverlag.

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