Sonntag, 21. Juni 2009

Hoppladi Hopplada

Oh, wie niedlich! Die kleinen Hoppelhasen in HOPPLADI HOPPLADA vermehren sich mal wieder wie die... nun ja, wie die Karnickel eben. Und das sollen sie auch. Wer zuerst 333 Häschen erwürfelt, gewinnt.
So viele Langohren müssen natürlich auch irgendwo wohnen, und da stellen sie ziemliche Ansprüche: Ein prächtiges Hasenhaus soll es sein, mehrstöckig und mit einem Kühlschrank voller Möhren!

Wie geht HOPPLADI HOPPLADA? Wer an die Reihe kommt, würfelt sämtliche sieben Würfel. In jedem Wurf muss mindestens ein Hase herausgelegt werden. Zusätzlich darf man Häuser sammeln, allerdings nur in ein einer strikten Reihenfolge, Etage für Etage. Wer fünf Stockwerke hochzieht, multipliziert seine Hasenzahl mit fünf.
Sind alle Würfel verbraucht, kann es trotzdem noch weitergehen. Der Zwischenstand wird vermerkt, alle Häschen würfelt man neu. Theoretisch unendlich oft. Praktisch unendlich oft minus x. Denn würfelt ein Spieler kein einziges Tier, stürzt alles ein. Zwischendurch aufzuhören und die erzielten Hasenpunkte gutzuschreiben, wäre sicherer.
HOPPLADA HOPPLADA steht in der Tradition von CAN´T STOP, besitzt jedoch einen besonderen Clou: Bricht irgendein Weichei seinen Versuch ab und kassiert Punkte, darf der nächste Spieler den vorhandenen Wurf, so wie er ist, übernehmen und weitermachen!

Was passiert? Tja, das hängt in sehr starkem Maße von den Beteiligten ab. Mit normalen Menschen ohne böse Hintergedanken läuft die fröhliche Würfelei ziemlich rund, auch wenn einige das gesamte Spiel über nicht die arg aufgesetzte Möhrchen-Regel kapieren. Macht aber nichts. Man würfelt, schreibt ein paar Punkte auf, der Nächste ist dran. Vorlagen werden hier gar nicht unbedingt als Vorlagen begriffen. Selbst in aussichtsreichster Lage fangen manche Spieler lieber von vorne an, um sich etwas Eigenes zu bauen. Und das Spiel funktioniert!
Aber HOPPLADA HOPPLADA ist nicht idiotensicher. Das zeigt sich, wenn es in die Hände von so genannten Profispielern gerät. Zu dieser Spezies zähle ich offenbar auch, denn ich sehe es überhaupt nicht ein, meinem Hintermann irgendeinen Wurf zu überlassen, mit dem er potenziell noch etwas anfangen könnte. Und so treiben die Spieler ihr Risiko immer auf die höchste Spitze: Wusch! Wieder verloren! – Wusch! Wieder verloren! Was als Absacker gedacht war, dauert plötzlich 90 Minuten.

Was taugt es? Schade. Die Idee klang wirklich reizvoll, und die Häschen-Grafik ist herzallerliebst. Aber der Verlag hat versäumt, seinen Prototypen einem ausführlichen Idiotentest zu unterziehen. Für unsereins müsste irgendeine zusätzliche Regel, irgendeine alternative Endbedingung her.

HOPPLADI HOPPLADA von Markus Kropf für zwei bis sieben Spieler, Zoch.

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