Der Jahrgang 2025/26 enthält auffallend viele Spiele, in denen es darum geht, mit den Mitspieler:innen übereinzustimmen. Eines davon – DITO! – wurde sogar Spiel des Jahres. Wie gut sind die anderen?
Wie geht LET’S MATCH? Wir spielen in Zweier-Teams. (Falls es nicht aufgeht, greift eine Hilfsregel.) Jede Spieler:in besitzt dasselbe Set aus 42 fotorealistischen Bildkarten. (Ich finde im Spiel keine Angaben dazu, ob es echte Fotos oder KI-generierte Bilder sind.) Eines von 576 Themen wird ausgelost. Etwa: „Glaub an dich!“, „Mit einem Bein im Grab“, „Strategie“, „Feminismus“ oder „So süß!“
Wir suchen aus unseren Bildkarten geheim diejenigen fünf heraus, von denen wir meinen, dass sie am besten zum Thema passen, und sortieren sie von Platz eins bis Platz fünf. Punkte gewinnt das Team, wenn beide Teammitglieder dasselbe Bild in die Top 5 genommen haben, im Bestfall sogar auf demselben Rang.
Was passiert? Abhängig von der Position ihres Punktemarkers auf der Zählleiste wählen manche Teams in späteren Runden weniger als fünf Fotos aus, im Extremfall nur eines. Das senkt die Trefferquote. In der Tendenz gilt: Je mehr Punkte, desto weniger Auswahl. Falls das als Aufholmechanismus gedacht ist, wurde er alles andere als systematisch umgesetzt (offenbar absichtlich – aber warum?). Ein Schritt mehr oder weniger auf der Skala kann einen Unterschied von drei Karten ausmachen: Team A darf nur zwei Karten wählen, Team B (mit einem Punkt mehr!) wählt fünf Karten. Häh?
Nicht ganz stimmig erscheint mir auch die Grundbehauptung des Spiels, ich könne eine Ahnung haben, welche Fotos meine Partner:in auswählt. Einerseits ja: Alles in allem herrscht am Tisch durchaus eine spürbare teamübergreifende Übereinstimmung. Die Fotos lassen nicht so viele Interpretationsspielräume, dass sie zu allen möglichen Themen passen. Andererseits aber: Ob meine Partner:in nun mein Top-Bild auch auf Platz eins oder nur auf ihren Platz drei setzt oder ob es knapp aus ihrer Top 5 herausfällt, ist eher Glückssache.
Trotzdem ist das Spielgefühl positiv. Es macht Spaß, sich die Fotos anzusehen, sie zu gewichten und die Reihenfolge abzuwägen. Es macht auch Spaß, sich überraschen zu lassen, ob es ein Match gibt. Und es entsteht ein Hallo am Tisch, wenn jemand immer wieder mit einer Person aus einem anderen Team übereinstimmt, nur nicht mit der Partner:in.
Dass wir mehrere Bilder pro Thema auswählen und nicht nur eines, steigert die Trefferquote und somit die Erfolgserlebnisse. Wie schon im Vergleich zwischen MATCH ME IF YOU CAN und DITO! festgestellt, finde ich es befriedigender, wenn ein Spiel eine Weile bei einem Thema bleibt und nicht gleich zum nächsten huscht. Das erhöht auch die Chance, dass wir über unsere Wahl sprechen, sie begründen, auf Bilddetails hinweisen, die den Ausschlag gaben. Es erhöht die Chance, dass das Medium etwas nebensächlicher wird und wir, die Spieler:innen, im Fokus stehen.
Was taugt es? Rein mechanisch hat LET’S MATCH nichts Bemerkenswertes zu bieten. Auch der Teamgedanke trägt nicht so richtig, da Treffer eher zufällig zustande kommen und weniger, weil ich mich empathisch in jemanden hineinversetze. In der Praxis hat LET’S MATCH trotzdem jedes Mal überzeugt. Alle sind angenehm beschäftigt und haben eine gute Zeit. Es wird gehadert, gejubelt und auch viel gelacht. LET’S MATCH ist ein niedrigschwelliges Wohlfühlspiel ohne Leistungsdruck.
**** solide
LET’S MATCH von Craig Browne für drei bis acht Spieler:innen, Cocktail Games.


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