Hah, Clickbait auf REZENSIONEN FÜR MILLIONEN! Denn mal ehrlich: Ich weiß überhaupt nicht, ob die folgenden Spiele tatsächlich unterschätzt sind. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, vergleichend Rezensionen zu lesen, um ein Meinungsbild zu recherchieren. Und gäbe es abweichende Meinungen, könnte es ja immer noch sein (nur rein theoretisch natürlich), dass andere Rezensent:innen die Spiele realistisch beurteilen – und ich bin es, der sie überschätzt.
Die Gemeinsamkeit, warum die vier folgenden Spiele auf dieser Liste stehen, ist letztendlich: 1. Ich finde sie gut. 2. Sie konnten sich beim Deutschen Spielpreis nicht in der Top 10 platzieren, und auf einer Spiel-des-Jahres-Liste tauchen sie auch nicht auf. Ich persönlich meine ja, in meinem Blog auf einer Liste zu stehen, ist ähnlich toll. Aber leider sind auch die Listen in meinem Blog: unterschätzt.
LIMIT: Alexandre Poyé hat auf der Basis des Berichts des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ (1972) ein realistisches Szenario erschaffen, das zu spielen für mich ein besonderes Erlebnis war. Ich schreibe das deswegen in der Vergangenheitsform, weil spätere Partien aufgrund des abnehmenden Oha-Effekts nicht mehr so beeindruckend sein konnten wie die ersten. LIMIT wandelt sich dann zunehmend zu einem Optimierspiel. Aber zu einem, das ich für sehr bedeutend und für ein Highlight halte.
ABROAD: Mit Gleichgesinnten und gleichermaßen Begeisterten ABROAD zu spielen, ist abwechslungsreich, herausfordernd und super spannend. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, diese Gleichgesinnten zu finden. Die von ABROAD erzeugte Überinformation stresst, das sehe ich ein, aber genau das ist für mich der Reiz. Das Spiel von Rodrigo Rego und Danilo Valente hat nicht nur ein schönes Reisethema, die Mechanismen fühlen sich für mich obendrein frisch an.
MASSENWEISE MONSTER: Anscheinend mag ich Puzzeleien; dieses Spiel ist auch eine, wenn auch deutlich leichter. MASSENWEISE MONSTER ist ein Spiel, das immer geht, immer Spaß macht und dazu verlockt, den eigenen Highscore höher treiben zu wollen. Michael Luu hat zu seinem Legepuzzle einen einfachen und zugleich raffinierten Auswahlmechanismus gefunden, der so elegant ist, dass er vom Rumknobeln nicht groß ablenkt, aber eben doch noch eine krönende Prise Zock hinzufügt.
13 LEAVES: Kartenspiele stehen oft für: wenig Vorbereitung, wenig Verwaltung, hohe Interaktivität. Auf 13 LEAVES treffen alle drei Merkmale zu. Aus ganz wenig, nämlich nur Zahlenkarten von eins bis 13, und mit sehr wenigen Regeln hat Masato Uesugi ein unterhaltsames Spiel mit so manchen Wendungen komponiert, das sich frisch anfühlt und mir immer wieder Spaß macht. Auch gestalterisch ist 13 LEAVES besonders. Das Spiel ist abstrakt, man hätte auch einfach nur Zahlen abbilden können, aber Blätter sehen nun mal viel besser aus.
- Teil 1: Die Außerordentlichen
- Teil 3: Die Reizvollen




1 Kommentare:
Also wir würden jetzt vielleicht nicht pauschal sagen, dass wir uns immer freuen, eines unserer Spiele auf einer deiner Listen zu sehen. Vielleicht machst du ja auch mal "Die schlechtesten Spiele aller Zeiten" ;-) Aber über diese Liste freuen wir uns auf jeden Fall!
Die Monsterchen und wir sagen Danke!
Liebe Grüße aus dem Lookout!
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